17. Solothurner Biertage

Feiern und genießen: Das älteste Bierfest der Schweiz jährt sich zum 17. Mal.
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Ältestes Bierfest der Schweiz

Die Solothurner Biertage sind etwas Besonderes. Zum einen, weil sie in diesem Jahr zum 17. Mal stattfinden und damit das älteste Bierfestival der Schweiz sind. Und zum anderen, weil sie mit ihrem unprätentiösen Ansatz sowohl die klassischen als auch die neuen Brauer zusammenbringen und dabei zeigen, dass der Unterschied zwischen ihnen gar nicht so groß ist. In B&B erzählt Festivalgründer Alex Künzle, wie es zu der Gründung der Solothurner Biertage kam und was die Besucher in diesem Jahr, vom 25. bis 27. April, erwarten dürfen.

Solothurn ist ein beschauliches Städtchen mit knapp 17.000 Einwohnern in der deutschsprachigen Schweiz, etwa eine Autostunde südlich von Basel gelegen. Hier gründete der gelernte Drogist Alex Künzle, der lange als Verkäufer von Mineralwasser gearbeitet hat, im Jahr 2000 die Öufi Brauerei. Öufi bedeutet elf und elf ist die Stadtzahl von Solothurn. „Uns war immer schon klar, dass wir einmal vom Bierbrauen und -verkaufen leben wollten“, sagt Alex zu B&B. „Ich war zwar nie Hobbybrauer, aber schon immer ein begeisterter Biertrinker mit Interesse an besonderen Bieren. Um unseren Mangel an Fachwissen auszugleichen, haben wir von Anfang an einen Braumeister beschäftigt.“ Angefangen hat Alex mit einem 10-Hektoliter-Brauhaus. Das Geld dafür stammte aus einer kleinen Erbschaft und von drei Freunden, die seither als Verwaltungsräte dabei sind.

„Seitdem haben wir unseren Ausstoß auf gut 5.000 Hektoliter erweitert“, erzählt er. „Heute brauen wir auf einer 30-Hektoliter-Anlage von Kaspar Schulz. Wir beschäftigen zwei Braumeister, einen Brauer, einen Lehrling, einen Chauffeur und außerdem mich als Geschäftsführer.“ Dabei ist die Öufi Brauerei ein echtes Familienunternehmen: Alex´ zwei Söhne arbeiten als Brauer in dem Unternehmen, Alex´ Frau und älteste Tochter sind in der Administration tätig, und Alex´ jüngste Tochter ist Grafikerin, die bei Bedarf für die Brauerei arbeitet.

Die beiden Strömungen der Bierkultur zusammenbringen

Die Philosophie der Brauerei ist es, die beiden Strömungen in der zeitgenössischen Bierkultur zusammenzubringen: „Wir brauen hauptsächlich trinkbare Biere in normaler Trinkstärke“, sagt Alex. Für den klassischen Biertrinker. Dazu kommen übers Jahr 40 verschiedene „Exotenbiere“, wie er sie nennt. Für die Biertrinker mit Lust auf neue Aromen. „Wir sehen uns nicht als Craftbrauer“, betont Alex. „Wir stehen einfach auf gutes Handwerk und haben sehr gerne Abwechslung.“

Und wie kam es zur Gründung der Solothurner Biertage? „Im Winter 2003 war es mir langweilig, da habe ich einfach mit 15 kleinen Schweizer Brauereien angefangen“, erzählt Alex. „Seither sind wir kontinuierlich gewachsen und haben uns auch gegenüber den neuen Bierfesten einen Vertrauensvorsprung erarbeitet. Inzwischen gibt es viele, meist sehr regional ausgerichtete Bierfeste in allen Regionen der Schweiz. Das ist aber kein Problem für uns. Denn das ist ja der lebendige Ausdruck der neuen Wertschätzung des Bieres, von dem auch wir gerne und gut leben.“

Normalobrauereien und wilde Craftbierkerle

Die Philosophie seiner Brauerei hat Alex auch auf die Solothurner Biertage übertragen. „Wir sind offen für die mittelständischen ‚Normalobrauereien‘ wie für die ‚wilden Craftbierkerle‘“, sagt er. „Wir selber stehen dabei in der Mitte zwischen den beiden Bereichen. Und das passt ganz gut, denn Solothurn liegt auch in der Mitte des Schweizer Mittellandes.“

Die Solothurner Biertage finden in und um die Rythalle statt, die direkt an der alten Stadtmauer liegt. In diesem Jahr sind 55 lokale und regionale Brauereien dabei. Mehr passen nicht auf das Ausstellungsgelände. Und auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Angeboten wird alles von Weißwürsten und Haxen über Raclette bis zu indischem Essen. Eröffnen wird die Biertage der Schweizer Musiker Christian Schenker, der selbst ein leidenschaftlicher Biergenießer ist. Wer Lust auf ein großes Fest hat, bei dem sich das Feiern und das Genießen die Waage halten, sollte vom 25. bis 27. April in Solothurn dabei sein. Und Alex hat noch ein Argument: „Unser schönes Städtchen ist eigentlich von jedem Punkt Europas einfach mit der Eisenbahn zu erreichen“, sagt Alex, „und nach dem Besuch der Biertage auch problemlos wieder zu verlassen…“

Mehr Informationen gibt es auf: www.biertage.ch

Falk Osterloh

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