Ruhrgebiet. Orte der Bierkultur

Für einen Bierliebhaber gibt es doch kaum etwas Schöneres, als an einen Ort zu kommen, an dem die Bierkultur mit Lust und Liebe gelebt wird. Hier stellen wir ein paar solcher Orte im Ruhrgebiet vor.
Bochum-Trinkhalle

Orte der Bierkultur im Ruhrgebiet

Für einen Bierliebhaber gibt es doch kaum etwas Schöneres, als an einen Ort zu kommen (vielleicht einen Ort, an dem man noch nie war), an dem die Bierkultur mit Lust und Liebe gelebt wird und an dem man sich gleich ein wenig zu Hause fühlt. Hier stellen wir ein paar solcher Orte im Ruhrgebiet vor.

Hövels Hausbrauerei, Dortmund

Die von Hövels waren ein Dortmunder Patriziergeschlecht, das ab dem Jahr 1518 das Braurecht auf dem Hövel-Hof am Hohen Wall in Dortmund besaß. Im Jahr 1854 gründete Wilhelm von Hövel hier zusammen mit seinem Verwandten Gustav Thier die Hövels Hausbrauerei. Ihr Hövels, ein obergäriges Rotbier, brachten sie erstmals 1893 auf den Markt. Heute gehört die Marke zur Radeberger Gruppe. Und noch heute, so heißt es, werde das Bier nach altem Rezept mit vier Malzsorten und einer langen Lagerzeit bei unter 0 °C gebraut. In jedem Fall wird das Hövels auch heute noch am alten Standort in der Hövels Hausbrauerei am Alten Wall ausgeschenkt. Im Gastraum gibt es Platz für 150 Gäste, im Biergarten für weitere 250. Auf der Speisekarte stehen regionale Gerichte wie der Dortmunder Salzkuchen, die Dortmunder Kartoffelsuppe oder der Westfälische Pfefferpotthast, ein traditionelles westfälisches Gericht mit Rindfleisch und Zwiebeln. In diesem Jahr hat die Hövelsfamilie zudem Zuwachs bekommen: durch ein Pale Ale und einen dunklen Bock.

Biermuda, Bochum

Das Biermuda ist ein Ladenlokal nahe dem Bochumer Hauptbahnhof und der berühmten Bochumer Kneipenmeile, dem Bermudadreieck. Es wurde im Oktober 2015 von Max Zellmer gegründet, „weil es im Ruhrgebiet noch keinen Bierspezialitätenladen gab und hier etwas getan werden musste“, wie Max erzählt. „Die Bierfans im Pott brauchten endlich eine Anlaufstelle.“ Das Biermuda ist in erster Linie ein Großhandel, der Getränke- und Spezialitätenmärkte mit schönen Bieren beliefert. In Kürze wird auch ein Onlineshop zu dem Angebot gehören, der eigene Importe sowie Biere aus der Region in der Republik verteilt. Im Mai gab es mit der pro-Bier.com zudem eine erste Messe mit zehn Craftbrauern aus Nordrhein-Westfalen. So besteht das Biermudadreieck also zum einen aus den Ecken Einzel-, Groß- und Onlinehandel und zum anderen aus den drei Kollegen Max, Stephan (Braun) und Jan (Tünte).

Route der Industriekultur

30 verschiedene Routen der Industriekultur führen durch das Ruhrgebiet und verbinden dabei über 100 ehemalige Industriestandorte miteinander. Die Route 21 trägt den schönen Namen „Brot, Korn und Bier“. Der Einstiegsort in das Thema ist die Lindenbrauerei in Unna. Auf dem Weg folgen unter anderem die Vormann Brauerei in Hagen, die Privatbrennerei Sonnenschein in Witten, die Birschel-Mühle in Hattingen, die König-Brauerei in Duisburg, das Brauerei-Museum in Dortmund und die Borbecker Dampfbrauerei in Essen.

Borbecker Dampfbrauerei, Essen

Ende des 19. Jahrhunderts expandierte das Ruhrgebiet. Der Abbau von Kohle sowie die Produktion von Eisen und Stahl lagen nicht mehr allein in Händen einiger Privatunternehmer, sondern sie wurden zunehmend von Großkonzernen und Aktiengesellschaften übernommen. Mit der Gründung der ersten Eisenhütte in Essen-Borbeck expandierte dieser Ortsteil enorm. Zwei Münchner Bierbrauer erkannten das große Marktpotenzial des sich entwickelnden Ortes und gründeten 1895/96 die Schloss-Brauerei Marx & Co – da sich am Standort der Brauerei jahrhundertelang das Wasch- und Brauhaus des nahen Schlosses Borbeck befunden hatte. Nach mehreren Erweiterungsbauten und Besitzerwechseln ist heute die Privatbrauerei Jacob Stauder Träger der Borbecker Dampfbrauerei. Gebraut werden heute unter anderem die Sorten Dampfbier und Zwickl. Neben dem Brauhaus befindet sich ein Brauereiausschank mit großem Biergarten, in dem insbesondere am Wochenende ein Musik- und Kulturprogramm geboten wird. Vor allem der sonntägliche Jazz-Frühschoppen ist eine Attraktion. Aus der Küche kommen betont ruhrpottspezifische Speisen, von Schimanskis Kartoffelsuppe mit extra harter Mettwurst bis zum zünftigen Mettigel mit gehackten Zwiebeln.

Brauhaus Zeche Jacobi, Oberhausen

Die Zeche Jacobi war ein Steinkohlenbergwerk in Oberhausen, das 1913 gegründet und 1974 geschlossen wurde. In der Nähe der alten Zeche Jacobi wurde im Jahr 1996 zusammen mit dem Einkaufszentrum CentrO auch das Brauhaus Zeche Jacobi eröffnet. Im Gastraum gibt es Platz für 550 Personen, draußen für weitere 1.350. Geschäftsführer und Braumeister Gerald Friedauer braut 1.500  Hektoliter pro Jahr, insbesondere das Grubengold, ein Zwickl, das als Einziges auch in Flaschen abgefüllt wird, und das Mulvany’s, ein Dunkles.

Trinkhalle Bochum

Die Trinkhalle in Bochum wurde im Sommer 2014 von Tom Gawlig gegründet. „Die Idee war eine Neuinterpretation einer klassischen Ruhrgebiets-Trinkhalle“, sagt Tom zu B&B. „Heißt, es soll auf unprätentiöse Art eine soziale Kreuzung geschaffen werden, an der man Waren (Lakritz, Frikadellen, Snacks, Soleier, Lesestoff) einer Trinkhalle feilbietet. Der Unterschied bei uns ist, dass die Waren, und insbesondere das Bier, von besonderer Qualität sein sollen. Also möglichst aus der Region, möglichst lecker und möglichst Bio.“ Die Trinkhalle hat etwa 300 verschiedene Biere auf Lager. „Wir haben alle guten Biere aus dem Ruhrgebiet ständig vorrätig“, sagt Tom. „Aber keine Biere aus Übersee. Und keine Konzernbiere.“ Weitere Schwerpunkte sind fränkische und belgische Familienbrauereien. Und Sauerbiere. Das Publikum ist heterogen. Tagsüber mehr aus dem Viertel. Abends auch Bierkenner. Am Wochenende viele Studenten. Und was macht die Trinkhalle typisch für das Ruhrgebiet? „Wir sind weder eine Craftbierbar noch eine Weinstube. Wir sind die Trinkhalle“, sagt Tom. „Das würde so ehrlich nirgendwo funktionieren. Denn hier zählt nicht, watte bis. Nur gerade musse sein.“

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