Pfungstädter Brauerei sucht Investor

Um dem sinkenden Bierkonsum zu begegnen, hat die traditionsreiche Pfungstädter Brauerei einen Umstrukturierungsprozess angestoßen. Um ihn beenden zu können, sucht sie nun einen Investor.
Pfungstädter

Pfungstädter Brauerei sucht Investor

Die Pfungstädter Brauerei ist eine der traditionsreichen mittelständischen Brauereien in Hessen. Um sich in Zeiten des sinkenden Bierkonsums neu aufzustellen, hat die Brauerei vor zwei Jahren einen umfangreichen Umstrukturierungsprozess angestoßen. Eine wichtige Veränderung steht aber noch aus. Auch, um diese verwirklichen zu können, geht die Brauerei nun in die Offensive und sucht einen Investor.

Die Pfungstädter Brauerei wurde im Jahr 1831 im südhessischen Pfungstadt gegründet. Heute arbeiten hier 100 Menschen, der Umsatz beträgt 20 Millionen Euro. Wie vielen anderen auch, macht der Brauerei der sinkende Bierkonsum zu schaffen. Probleme entständen vor allem durch den sinkenden Absatz in der regionalen Gastronomie, erklärt die Brauerei. Denn in Südhessen und den angrenzenden Regionen schlössen mehr und mehr Landgaststätten.

2017 hat die Brauerei begonnen gegenzusteuern. So wurde der Markenauftritt modernisiert und der Slogan „Pfungstädter. Die Biermacher“ eingeführt. Das Sortiment wurde um- und das Exportgeschäft ausgebaut. In der Region seien vor allem das Edel-Pils, das Ur-Weizen und das neue Braumeister-Pils sehr bekannt, schreibt die Brauerei. Mit diesen Bieren sei der Absatz im Handel gestiegen. Zudem seien Verträge mit Festveranstaltern für die Belieferung von vielen Oktoberfesten und einem großen Open-Air-Konzert geschlossen worden. Durch die Probleme in der Gastronomie sei der Ausstoß bis 2018 dennoch auf etwa 200.000 Hektoliter zurückgegangen. Angestrebt sind 250.000 Euro.

Abfüllanlage für Dosen aufbauen

Um dieses Ziel zu erreichen, will die Brauerei expandieren. „In der gegenwärtigen Größe können wir als Privatbrauerei in Familienbesitz nicht überleben“, erklärt der Geschäftsführer der Pfungstädter Brauerei, Stefan Seibold. Die Erfolge der Umstrukturierungsmaßnahmen reichten nicht aus, um die Verluste auf Dauer aus eigener Kraft auszugleichen. Um neue Märkte im In- und Ausland zu erschließen und den Bierabsatz in Richtung 250.000 Hektoliter pro Jahr zu erhöhen, seien Investitionen im hohen einstelligen Millionenbereich nötig. Gerade im Handel und im Export werde zunehmend Bier in Dosen nachgefragt. „Um in diesen Märkten zu wachsen, müsste Pfungstädter Anlagen zur Abfüllung kleiner Dosen aufbauen“, so Stefan Seibold.

„Ohne externe Unterstützung können wir diese Investitionen nicht finanzieren“, betont er. „Um als Privatbrauerei zu bestehen, müssten wir weitere erhebliche Einsparungen und Preiserhöhungen durchsetzen. Noch haben wir Luft bis Ende nächsten Jahres und können eine Ausproduktion vermeiden. Wir sprechen deshalb Interessenten aus dem In- und Ausland an.“

Falk Osterloh

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