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	<title>Ruhrgebiet Archive - Magazin Bier &amp; Brauhaus</title>
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		<title>Neue Bierkultur im Ruhrgebiet</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/neue-deutsche-bierkultur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bier &#38; Brauhaus Team]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Sep 2017 18:07:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bierkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Bieragentur]]></category>
		<category><![CDATA[Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhrgebiet]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhrpottbrew]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ruhrpottbrew, Bergmann und Bieragentur Dortmund Die deutsche Bierkultur ist im Umbruch. Derzeit vergeht in Deutschland kaum eine Woche, in der nicht irgendwo in der Nation eine neue Bierbar, ein neues Fachgeschäft oder eine neue Brauerei (oder zumindest eine neue Biermarke) entsteht. In dieser Geschwindigkeit hat es eine ähnliche Entwicklung in Deutschland wohl seit der Erfindung [&#8230;]</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Ruhrpottbrew, Bergmann und Bieragentur Dortmund</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><span class="s1"><b>Die deutsche Bierkultur ist im Umbruch. Derzeit vergeht in Deutschland kaum eine Woche, in der nicht irgendwo in der Nation eine neue Bierbar, ein neues Fachgeschäft oder eine neue Brauerei (oder zumindest eine neue Biermarke) entsteht. In dieser Geschwindigkeit hat es eine ähnliche Entwicklung in Deutschland wohl seit der Erfindung der Eismaschine nicht mehr gegeben. Oder noch nie. Um dieser bemerkenswerten Zeit Tribut zu zollen, stellen wir in B&amp;B einige der Menschen vor, die für diese Entwicklung verantwortlich sind – dieses Mal aus dem Ruhrgebiet.</b></span></p>



<h3 class="wp-block-heading"><span class="s1"><b>Ruhrpottbrew, Oberhausen </b></span></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><span class="s1">Die Ruhrpottbrewery wurde im Juli 2016 von Tobias Palmer und Silke Terlinden gegründet. Tobias ist Brauer, er entwickelt die Rezepte und braut die Biere. Silke ist Rechtsanwältin. Die Ruhrpottbrewery verbindet Brauerei und Shop, der im Oktober eröffnet wurde. Neben den drei eigenen Bieren (Pils, Honey Pepper Ale und Scottish Ale) gibt es hier 200 bis 250 Craftbiere aus aller Welt: USA und Kanada ebenso wie Österreich, Estland und Italien. Die eigenen Biere werden mittlerweile auch anderswo verkauft, zum Beispiel bei Edeka, Rewe oder der Trinkhalle Bochum (siehe Seite 20 bis 23). Auch (stark nachgefragte) Bierverkostung bieten die beiden an. „Wir haben die Ruhrpottbrewery gegründet“, sagen sie, „weil es im Ruhrgebiet früher sehr viele kleine bis große Brauereien gab und wir diese Biertradition wieder neu beleben wollen.“ Noch braut Tobias im Brauhaus Rütershoff in Castrop-Rauxel. Langfristiges Ziel ist eine eigene Brauerei. </span></p>



<h3 class="wp-block-heading"><span class="s1"><b>Hopfenfeste, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Bochum</b></span></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><span class="s1">Oliver Daniel Sopalla kocht für sein Leben gerne. So hat der Leiter der Kommunikationsagentur Go Between im Jahr 2008 „Die neue Ruhrgebietsküche“ erdacht, mit der er unter anderem auf der Internationalen Tourismusbörse vertreten war. 2013 folgte das Weinfestival „Weine vor Freude“ in Bochum mit einem urbanen und modernen Ansatz – und circa 3.000 Besucher pro Jahr. Zusammen mit seinem Kollegen Philipp Pöss, der für Bier schwärmt, kamen die beiden dann recht bald auf die Idee, ein modernes Fest auch zum Thema Bier auf die Beine zu stellen. Da passte es gut, dass die Macher des Zentrums für Kunst und Kreativität am Dortmunder U sie ansprachen, da sie sich ein Bierfestival als Abschluss ihrer Kunstausstellung zum 500-jährigen Jubiläum des Reinheitsgebots wünschten. Gemeinsam veranstalteten sie das erste Festival der Dortmunder Bierkultur, das im vergangenen Jahr 11.500 Besucher anzog und in diesem 18.000. Weil es so gut lief, organisierten Oliver und seine Kollegen in diesem Jahr je ein Hopfenfest in Gelsenkirchen, in Recklinghausen und in Bochum. Dabei waren unter anderem die Brooklyn Brewery, Stone Brewing, Jacob Stauder und Crew Republic, dazu Onkel Bier, Propeller oder Vormann. Auch die Hopfenfeste waren ein voller Erfolg mit etwa um die 10.000 Besuchern pro Fest. Für 2018 sind Oliver und Philipp mit weiteren Städten im Gespräch.</span></p>



<h3 class="wp-block-heading"><span class="s1"><b>Brauerei Bergmann, Dortmund</b></span></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><span class="s1">Im Rahmen des großen Dortmunder Brauereiensterbens stellte auch die Bergmann Brauerei im Jahr 1972 die Produktion ein. Irgendwann erloschen auch die Markenrechte, die der Lebensmitteltechniker Dr. Thomas Raphael 2005 aus einer Laune heraus für 300 Euro erwarb. Aus Nostalgie (und weil die Rechte sonst wieder verfallen wären), ließ er von einer Brauerei einen kleinen Sud brauen, abfüllen und verkaufte ihn unter dem Namen der Bergmann Brauerei. Es stellte sich heraus, dass er nicht der einzige Biernostalgiker in der Gegend war. Und auch das Motto passte gut: Harte Arbeit, ehrlicher Lohn. Nach und nach stieg das Interesse, bis im Jahr 2010 Bergmannbier erstmals wieder in Dortmund auf einer kleinen Anlage gebraut wurde. Auch ein Büdchen in der Innenstadt hat Thomas gekauft, in dem Bergmannbier verkauft wird und das mittlerweile Kultstatus erworben hat. Mittlerweile ist die alte Brauerei zu klein geworden. Und so eröffnet im September die neue Bergmann Brauerei im alten Industrieviertel des Dortmunder Vororts Hörde, gleich neben einem alten Hochofen. </span></p>



<h3 class="wp-block-heading"><span class="s1"><b>Bieragentur Dortmund</b></span></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><span class="s1">Im Sommer 2014 haben sich Ferdinand Laudage, Markus Maurer und Christian Wolf auf einer Grillparty getroffen und ihrem Unmut darüber Ausdruck verliehen, dass das Thema Craftbier noch nicht im Ruhrgebiet angekommen ist, noch nicht einmal in der alten Bierhauptstadt Dortmund. Um dies zu ändern, gründeten sie im November desselben Jahres die Bieragentur Dortmund. Christian ist gelernter Brauer, Markus und Ferdinand sind Hobbybrauer. Sie führen vor allem Brauseminare und Bierverkostungen durch, beraten die Industrie und sehen sich als Bindeglied zwischen den kleinen Brauereien sowie den Einzelhändlern und Gastronomen im Ruhrgebiet. Zusammenarbeit ist für sie wichtig. So reisen sie auch durch die Region und bieten ihre Seminare zum Beispiel im Brauhaus Gleumes in Krefeld oder bei Ruhrpottbrew in Oberhausen an. Im „Kumpel Erich“ im Dortmunder Kreuzviertel organisieren sie eine Tastingreihe mit sechs Bieren und drei Menügängen. Zudem brauen sie regelmäßig in Dortmund bei „Mit Schmackes“, dem Restaurant vom Ex-BVB-Profi Kevin Großkreutz. Die Resonanz von Kunden und Geschäftspartnern ist „sehr gut“, sagt Ferdinand. Er findet, dass sich im Ruhrgebiet in Sachen neuer Bierkultur schon vieles getan hat, dass aber auch noch einiges passieren wird. Wünschenswert wäre, meint er, wenn mehr Gastronomen sich ein Herz nehmen und auch mal bedingungslos auf kreative Biere setzen würden. Da fehle oft noch der Mut. Aber auch das Wissen. Mittlerweile hat sich Christian als „Brauwolf“ sozusagen selbstständig gemacht. Zurzeit organisiert er zusammen mit den Machern der Frankfurter Bierbar naïv das Craft Beer Festival am 13. und 14. Oktober in Essen. Ferdinand arbeitet jetzt Vollzeit in der Bieragentur. Vor Kurzem hat er das Buch „Craft-Bier einfach selber brauen“ veröffentlicht. Markus arbeitet tagsüber (noch) als Apotheker und leitet abends die Verkostungen. </span></p>



<h3 class="wp-block-heading"><span class="s1"><b>Bierrevier, Bochum</b></span></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><span class="s1">Im September wird Gerd Ruhmann in Bochum das „Biergebiet“ eröffnen, einen Multitap, wie er es nennt, in dem es auch Brauseminare, Verkostungen und andere Bierevents geben wird und das zudem jungen Künstlern als Galerie dienen soll. Gerds Credo lautet: „Bier wird durch Transport nicht besser.“ Deshalb wird er überwiegend Biere regionaler Brauereien am Hahn haben – allen voran Biere befreundeter Brauer. „Es wird kein Fiegeeck reloaded“, sagt Gerd, wenngleich es durchaus auch das in Bochum heimische Bier geben wird. Aber die Eckkneipen alten Stils hätten sich, auch im Zuge der „Warsteinerisierung des Geschmacks“, nach und nach überlebt, meint Gerd. Bei den Events sollen Bierbrauer aus der Region eingeladen werden, um ihre Biere vorzustellen. „An Qualität fehlt es ja in der Gegend nicht“, betont Gerd. In der Pächterwohnung will er ein Atelier einrichten, in dem Künstler aus aller Welt einige Zeit wohnen, arbeiten und ihre Werke dann in der Bar ausstellen können. Zudem plant Gerd einen Hobbybrauerstammtisch Ruhrgebiet, bei dem der Austausch zwischen den Hobbybrauern und ihre Expertise gefördert sowie zum Beispiel Hospitationen in Brauereien organisiert werden sollen. Interessenten können sich unter biergebiet@gmail.com melden. </span></p>
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		<item>
		<title>Privatbrauerei Moritz Fiege</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/privatbrauerei-moritz-fiege/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bier &#38; Brauhaus Team]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Sep 2017 17:32:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauhandwerk & Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Bochum]]></category>
		<category><![CDATA[IPA]]></category>
		<category><![CDATA[Moritz Fiege]]></category>
		<category><![CDATA[Privatbrauerei]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhrgebiet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Brauerei der Heimat Eine der großen traditionellen Brauereien des Ruhrgebietes ist die Privatbrauerei Moritz Fiege aus Bochum. Außerhalb des Ruhrgebiets relativ unbekannt, ist sie in Bochum für alte und junge Biertrinker die Brauerei der Heimat. Wie das gelungen ist, erklären uns die geschäftsführenden Brüder Hugo und Jürgen Fiege. Im Ruhrgebiet dreht sich alles um die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Brauerei der Heimat</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine der großen traditionellen Brauereien des Ruhrgebietes ist die Privatbrauerei Moritz Fiege aus Bochum. Außerhalb des Ruhrgebiets relativ unbekannt, ist sie in Bochum für alte und junge Biertrinker die Brauerei der Heimat. Wie das gelungen ist, erklären uns die geschäftsführenden Brüder Hugo und Jürgen Fiege.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Ruhrgebiet dreht sich alles um die Liebe: Echt muss sie sein, wie die zu Borussia Dortmund. Authentisch und bodenständig muss sie sein, so wie eine Currywurst mit Fritten. Die Menschen der Region sind bekannt für ihre schnörkellose Art und ihre schier endlose Heimatverbundenheit. Heimat – das sind vertraute Menschen oder Orte, unverwechselbare Gerüche, Gerichte oder Geräusche. Viele Bochumer würden auf die Heimatfrage wohl spontan antworten: Heimat, das ist auch Moritz Fiege.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Fester Bestandteil der Stadt Bochum</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Begeisterung für die Privatbrauerei ist groß. Auf der Facebookseite von Moritz Fiege posten Bierfans ihr neuestes Fiege-Bügelflaschen-Tattoo, Bochumer Sonnenuntergänge und Urlaubsfotos aus Berlin, der Bretagne oder von der Chinesischen Mauer. Immer mit dabei ist eine Flasche Fiege, ein Stück Heimat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Moritz Fiege hat es in Bochum eine Brauerei offensichtlich geschafft, fester Bestandteil einer Stadt, einer ganzen Region zu werden. Das in der vierten Generation geführte Familienunternehmen wurde 1878 von Moritz‘ Sohn Johann Fiege am heutigen Standort gegründet. Dessen Sohn Moritz jun. braute im Jahr 1926 zum ersten Mal ein Pils, was den Aufstieg des Unternehmens weiter beförderte. Heute produziert die Brauerei jährlich rund 130.000 Hektoliter Bier. Insgesamt gibt es 13 Sorten, von denen Pils, Bernstein, Helles und Radler am besten weggehen. Tradition wird bei Moritz Fiege groß geschrieben, und so setzt man – einem deutlich höheren Reinigungsaufwand zum Trotz – bereits seit 1928 auf Flaschen mit Bügelverschluss. Sechs der insgesamt 58 Mitarbeiter sind Auszubildende, das entspricht einer Ausbildungsquote von elf Prozent. Die Brüder Jürgen und Hugo Fiege sind geschäftsführende und alleinige Gesellschafter der Privatbrauerei. „Wir sind eine klassische Regionalbrauerei“, sagt Hugo Fiege. „Deshalb liegen uns die Menschen, die hier leben, am Herzen – mit ihren Eigenarten, Hoffnungen und Wünschen, mit ihrer zupackenden, herzlichen und offenen Art.“</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Kino Open im Brauhof</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bier kann ein Stück Heimat sein – ein Selbstläufer ist das jedoch nicht. So zeigt Moritz Fiege großen Einsatz dabei, markante Bezugspunkte für die durstige Kundschaft zu schaffen und diese langfristig aufrechtzuerhalten. Die Brauerei ist in eine Vielzahl kultureller oder kulinarischer Events der Region involviert oder hat diese selbst ins Leben gerufen. So gibt es für Filmfans seit fast 20 Jahren das Fiege Kino Open Air auf dem Brauhof. Im Rahmen der Nacht der Industriekultur werden jährlich zudem die historischen Brauereigebäude mit Lichtinstallationen in Szene gesetzt. Auch beim Zeltfestival Ruhr, bei Bochum kulinarisch, der RuhrTriennale oder der kulinarischen Symphonie Herne ist Moritz Fiege mit von der Partie. Schließlich vergibt die Brauerei seit 2003 die Bierkutschermütze an Persönlichkeiten des Ruhrgebiets, die sich in besonderem Maße für das Gemeinwohl und den Zusammenhalt in der Region engagieren. Darunter waren Politiker wie Wolfgang Clement und Norbert Lammert, aber auch regionale Größen wie der Rektor der Ruhr-Universität Bochum oder der frühere Aufsichtsratsvorsitzende des VfL Bochum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Apropos VfL. Spricht man im Ruhrgebiet von Heimatgefühlen, darf natürlich eine Sache nicht fehlen – der Fußball. Der VfL Bochum ist exakt 30 Jahre älter als die Brauerei Moritz Fiege, die Zukunft schreiben sie aber gemeinsam. Als Premiumpartner des Vereins fließt noch bis 2021 ausschließlich Moritz Fiege aus dem Zapfhähnen des VfL-Stadions. Diese gastronomische Verbundenheit zu regionalen Produkten ist in Bundesligastadien keine Selbstverständlichkeit, und Moritz Fiege hat durch die Partnerschaft ein großes Stück Bochumer Heimatgefühl in Beschlag genommen. In der kommenden Saison gibt es für die VfL-Fans bei Toren sogar doppelten Grund zur Freude: Für jedes geschossene Heimtor des VfL spendiert Moritz Fiege 100 Liter Pils. „Bier braucht Heimat – aber Heimat braucht auch Bier. Wir möchten mit unserem Engagement dazu beitragen, das Ruhrgebiet kontinuierlich immer attraktiver zu machen“, sagt Jürgen Fiege.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Pilsbock und Slow Brewing</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Moritz Fiege hat in Bochum und der Region Wurzeln geschlagen und setzt auf bewährte Traditionen. Ein Moritz Fiege IPA, Stout oder Amber Ale dürften in nächster Zeit nicht zu erwarten sein. Dennoch hat die Brauerei mit dem Pilsbock bereits einen besonderen Stil im Sortiment. Dabei wird ausschließlich die Vorderwürze verwendet und auf das übliche Überschwänzen im Läuterbottich verzichtet. Kaltgehopft wird mit Taurus und Saphir, danach wird das Bier zwölf Wochen im liegenden Tank gelagert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Events in der Stadt wurden auch die Voraussetzungen für ein einwandfreies Produkt geschaffen: Seit 2013 trägt die Privatbrauerei das Gütesiegel Slow Brewing, das zu kontinuierlichen Qualitätschecks verpflichtet. Dabei werden die Biere vom Forschungszentrum für Brau- und Lebensmittelqualität der TU München geprüft. Die Qualität hoch halten und Traditionen pflegen – so sieht die Marschroute der Privatbrauerei für die Zukunft aus.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Angela Weiß</p>
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		<item>
		<title>Interview. Gerhard Ruhmann</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/bier-fuer-das-seelenheil/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Falk Osterloh]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Sep 2017 06:51:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Speisen & Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Ruhmann]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Lindenbrauerei Unna]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhrgebiet]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhrpott]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Ruhri erklärt den Ruhrpott Wer kann einem das Ruhrgebiet, seine Menschen und ihre Liebe zum Bier besser erklären als ein Bierverrückter, der sei ganzes Leben im Ruhrgebiet verbracht hat? Eben. Deshalb haben wir einen gefragt. Gerd Ruhmann hat vor 35 Jahren seinen ersten Sud gebraut. Seither hat er in zahlreichen Brauereien im (und ja, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bier-und-brauhaus.de/bier-fuer-das-seelenheil/">Interview. Gerhard Ruhmann</a> erschien zuerst auf <a href="https://bier-und-brauhaus.de">Magazin Bier &amp; Brauhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Ein Ruhri erklärt den Ruhrpott</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><span class="s1"><b>Wer kann einem das Ruhrgebiet, seine Menschen und ihre Liebe zum Bier besser erklären als ein Bierverrückter, der sei ganzes Leben im Ruhrgebiet verbracht hat? Eben. Deshalb haben wir einen gefragt. Gerd Ruhmann hat vor 35 Jahren seinen ersten Sud gebraut. Seither hat er in zahlreichen Brauereien im (und ja, auch außerhalb vom) Ruhrgebiet gearbeitet. Seit 2001 gibt er Brauseminare, zum Beispiel in Hövels Hausbrauerei. Er arbeitet als Museumsführer im Brauereimuseum Dortmund, hat am „Brauhausführer Ruhrgebiet“ mitgearbeitet und ist seit 2012 verantwortlicher Brauer der Lindenbrauerei Unna. Im Herbst dieses Jahres will er eine Bierbar in Bochum eröffnen. Noch Fragen? Im Gespräch mit B&amp;B erklärt er, wie der Ruhri tickt, welche Brauereien er liebt und überhaupt, welche Bedeutung Bier für sein Seelenheil hat.</b></span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Wodurch unterscheidet sich das Ruhrgebiet von anderen Regionen Deutschlands?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Das Ruhrgebiet ist im Gegensatz zu anderen Regionen wie zum Beispiel Franken oder der Pfalz keine historisch gewachsene Region mit einer einheitlichen Struktur und Identität. Folgen wir Wikipedia, handelt es sich um ein relativ willkürliches Konglomerat von zwölf Städten und vier Landkreisen ganz unterschiedlicher Größe und Bedeutung mit mittlerweile über sieben Millionen Einwohnern. Entsprechend unterschiedlich und vielfältig sind auch die Charaktere und Gewohnheiten der Menschen, die hier leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Warum liebst du das Ruhrgebiet?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Genau diese Vielfalt macht den Pott letztendlich aus. Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, eigener Küche und Kultur haben hier über Jahrzehnte ihre Heimat gefunden und das Revier geprägt. Ich kann hier in einer Stunde drei Opernhäuser, vier Musiktheater, fünf Bühnen mit Weltgeltung, ungezählte Museen oder aber 25 Brauereien erreichen. Die Schlösserdichte pro Quadratkilometer ist größer als in Bayern oder am Rhein. Felder, Wiesen, Wälder, Seen, Bäche und Flüsse runden das Freizeitangebot ab. Nicht zu vergessen die „Straßenbahnduelle“ im Fußball zwischen BVB, Schalke 04, MSV Duisburg und dem VfL Bochum, die dann noch das Salz in der Suppe liefern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Welche Orte sollte man sich im Ruhrgebiet unbedingt anschauen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Die Route der Industriekultur, die auf ganz unterschiedlichen Themenrouten über 100 ehemalige Industriestandorte miteinander verbindet und einen guten Überblick über den Strukturwandel bietet, den das Ruhrgebiet immer noch durchlebt. Meine Favoriten sind Route 21, „Brot, Korn und Bier“, und Route 6, „Kohle, Stahl und Bier“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Was ist typisch für die Menschen, die aus dem Ruhrgebiet stammen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Der Ruhri hat häufig einen Migrationshintergrund – die Kowalskis, Koslowskis, Kalinowskis, Schikopanskis, Dzielnitzkis, die Nowaks, Pawlaks und Szymaniaks waren ja keine Eingeborenen. Der Ruhri ist bodenständig, gerade heraus und verlässlich. Das hat Geschichte! Im Pütt, unter Tage in absoluter Dunkelheit, beim ohrenbetäubenden Lärm der Abbauhämmer und Schrämmaschinen, bei unerträglicher Hitze und atemraubendem Staub, musste man sich einhundertprozentig auf den anderen verlassen können. Das Wort Kumpel kommt übrigens aus dem Polnischen und bedeutet „guter Freund“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Wenn man im Ruhrgebiet geboren ist, fühlt man sich dann eher dem Ruhrgebiet zugehörig oder der Stadt, aus der man stammt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Gegenfrage: Singt Herbert Grönemeyer „Ruhrpott, ich komm aus di-hier?“. Nö, er singt natürlich „Bochum, ich komm aus di-hier!“. Und daran werden auch die nächsten millionenschweren Imagekampagnen zum Thema City of Cities so bald nix ändern!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Welche Rolle spielt Bier für das Selbstgefühl von Menschen aus dem Ruhrgebiet?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Das Ruhrgebiet ist nun mal nicht als Weinanbaugebiet berühmt. Außerdem wussten wir lange gar nicht, wie man eine Weinpulle aufmachen soll. Denn Korkenzieher hatten wir nicht im Bestand. Für die zwei Situationen im Jahr, an denen es Wein gab, Muttertag und Weihnachten, brauchten wir auch keinen. Das haben wir mit dem Kochlöffel erledigt. Korken in die Flasche gedrückt und: Bitteschön, Mama! Außerdem ist Bier ein sehr gutes isotonisches Getränk und damit geradezu ideal bei den schweißtreibenden Arbeitsabläufen beim Kohleabbau oder am Stahlkocher. Zudem hatte fast jeder einen Verwandten, Bekannten oder Nachbarn, der auf der Brauerei arbeitete. Und die bekamen, neben Lohn und Gehalt, auch eine „steuerfreie Sachzuwendung“, also ein Deputat. In Dortmund hatten die Brauereien in den 60er-Jahren 6.800 Mitarbeiter. Noch Fragen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Gibt es eine Konkurrenz zwischen den einzelnen Brauereien und Marken des Ruhrgebiets?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Bei der Frage wird unterstellt, dass sich ein Bochumer mit einem Dortmunder Bier auseinandersetzt und umgekehrt. Warum sollte er? Frag doch mal in Dortmund-Hörde deinen Nachbarn, wann er zu letzten Mal ein Ritterbier (aus Lütgendortmund) getrunken hat. Der wird fragen: „Ritter, Ritter? Is datt nich ne Schokolade?“ Und Recht hat er! Die Verbandsoberen des Brauerbundes betonen am Tag des Bieres immer, dass Bier Heimat brauche. Wir leben das. Jeden Tag. Denn wir wissen: Bier wird durch Transport nicht besser!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Welches sind aus deiner Sicht die bedeutendsten Brauereien und Biere des Ruhrgebiets, die es heute noch gibt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Von links nach rechts: Köpi in Duisburg, Stauder in Essen, Fiege inBochum, DAB, Hövels und Bergmann in Dortmund, Lindenbier in Unna und last but really not least Vormann in Hagen-Dahl.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Welches sind aus deiner Sicht die schönsten Orte zum Biertrinken im Ruhrgebiet?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Die ungezählten Biergärten, Brauereiausschänke und, sehr typisch, „anne Bude“: an den für das Ruhrgebiet typischen Kiosken, die auf der Grundfläche einer deutschen Bahnhofstoilette ein Warensortiment mit gefühlt 4.000 Artikeln vorhalten. Und natürlich eiskaltes Bier.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Welches sind aus deiner Sicht die interessantesten Orte der Bierkultur im Ruhrgebiet?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Das Brauereimuseum in Dortmund mit einer sehr interessanten multimedialen Dauerausstellung über das Brauwesen in Dortmund, das sich ja im Wesentlichen mit der Entwicklung in anderen Revier­städten deckt. Und die „BrauKultTour“ bei Fiege in Bochum. Die beinhaltet gefühlte 374 Stufen, vom tiefsten Lagerkeller zwei Ebenen unter Tage, aber mit Zwicklprobe, bis hinauf zur Zirbenstube über den Dächern der Stadt, wo man dem Himmel auf Erden sehr nahe ist – bei Fiege Pils und Currywurst (der echten, die Herbie besingt!). Da geht nix drüber!</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Die Fragen stellte Falk Osterloh.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bier-und-brauhaus.de/bier-fuer-das-seelenheil/">Interview. Gerhard Ruhmann</a> erschien zuerst auf <a href="https://bier-und-brauhaus.de">Magazin Bier &amp; Brauhaus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ruhrgebiet. Orte der Bierkultur</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/ruhrgebiet2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bier &#38; Brauhaus Team]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Sep 2017 06:20:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Speisen & Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Bermuda Bochum]]></category>
		<category><![CDATA[Bierkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Borbecker Dampfbrauerei]]></category>
		<category><![CDATA[Hövels Hausbrauerei]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhrgebiet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Orte der Bierkultur im Ruhrgebiet Für einen Bierliebhaber gibt es doch kaum etwas Schöneres, als an einen Ort zu kommen (vielleicht einen Ort, an dem man noch nie war), an dem die Bierkultur mit Lust und Liebe gelebt wird und an dem man sich gleich ein wenig zu Hause fühlt. Hier stellen wir ein paar [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bier-und-brauhaus.de/ruhrgebiet2/">Ruhrgebiet. Orte der Bierkultur</a> erschien zuerst auf <a href="https://bier-und-brauhaus.de">Magazin Bier &amp; Brauhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Orte der Bierkultur im Ruhrgebiet</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für einen Bierliebhaber gibt es doch kaum etwas Schöneres, als an einen Ort zu kommen (vielleicht einen Ort, an dem man noch nie war), an dem die Bierkultur mit Lust und Liebe gelebt wird und an dem man sich gleich ein wenig zu Hause fühlt. Hier stellen wir ein paar solcher Orte im Ruhrgebiet vor.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Hövels Hausbrauerei, Dortmund</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die von Hövels waren ein Dortmunder Patriziergeschlecht, das ab dem Jahr 1518 das Braurecht auf dem Hövel-Hof am Hohen Wall in Dortmund besaß. Im Jahr 1854 gründete Wilhelm von Hövel hier zusammen mit seinem Verwandten Gustav Thier die Hövels Hausbrauerei. Ihr Hövels, ein obergäriges Rotbier, brachten sie erstmals 1893 auf den Markt. Heute gehört die Marke zur Radeberger Gruppe. Und noch heute, so heißt es, werde das Bier nach altem Rezept mit vier Malzsorten und einer langen Lagerzeit bei unter 0 °C gebraut. In jedem Fall wird das Hövels auch heute noch am alten Standort in der Hövels Hausbrauerei am Alten Wall ausgeschenkt. Im Gastraum gibt es Platz für 150 Gäste, im Biergarten für weitere 250. Auf der Speisekarte stehen regionale Gerichte wie der Dortmunder Salzkuchen, die Dortmunder Kartoffelsuppe oder der Westfälische Pfefferpotthast, ein traditionelles westfälisches Gericht mit Rindfleisch und Zwiebeln. In diesem Jahr hat die Hövelsfamilie zudem Zuwachs bekommen: durch ein Pale Ale und einen dunklen Bock.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Biermuda, Bochum</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Biermuda ist ein Ladenlokal nahe dem Bochumer Hauptbahnhof und der berühmten Bochumer Kneipenmeile, dem Bermudadreieck. Es wurde im Oktober 2015 von Max Zellmer gegründet, „weil es im Ruhrgebiet noch keinen Bierspezialitätenladen gab und hier etwas getan werden musste“, wie Max erzählt. „Die Bierfans im Pott brauchten endlich eine Anlaufstelle.“ Das Biermuda ist in erster Linie ein Großhandel, der Getränke- und Spezialitätenmärkte mit schönen Bieren beliefert. In Kürze wird auch ein Onlineshop zu dem Angebot gehören, der eigene Importe sowie Biere aus der Region in der Republik verteilt. Im Mai gab es mit der pro-Bier.com zudem eine erste Messe mit zehn Craftbrauern aus Nordrhein-Westfalen. So besteht das Biermudadreieck also zum einen aus den Ecken Einzel-, Groß- und Onlinehandel und zum anderen aus den drei Kollegen Max, Stephan (Braun) und Jan (Tünte).</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Route der Industriekultur</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">30 verschiedene Routen der Industriekultur führen durch das Ruhrgebiet und verbinden dabei über 100 ehemalige Industriestandorte miteinander. Die Route 21 trägt den schönen Namen „Brot, Korn und Bier“. Der Einstiegsort in das Thema ist die Lindenbrauerei in Unna. Auf dem Weg folgen unter anderem die Vormann Brauerei in Hagen, die Privatbrennerei Sonnenschein in Witten, die Birschel-Mühle in Hattingen, die König-Brauerei in Duisburg, das Brauerei-Museum in Dortmund und die Borbecker Dampfbrauerei in Essen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Borbecker Dampfbrauerei, Essen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ende des 19. Jahrhunderts expandierte das Ruhrgebiet. Der Abbau von Kohle sowie die Produktion von Eisen und Stahl lagen nicht mehr allein in Händen einiger Privatunternehmer, sondern sie wurden zunehmend von Großkonzernen und Aktiengesellschaften übernommen. Mit der Gründung der ersten Eisenhütte in Essen-Borbeck expandierte dieser Ortsteil enorm. Zwei Münchner Bierbrauer erkannten das große Marktpotenzial des sich entwickelnden Ortes und gründeten 1895/96 die Schloss-Brauerei Marx &amp; Co – da sich am Standort der Brauerei jahrhundertelang das Wasch- und Brauhaus des nahen Schlosses Borbeck befunden hatte. Nach mehreren Erweiterungsbauten und Besitzerwechseln ist heute die Privatbrauerei Jacob Stauder Träger der Borbecker Dampfbrauerei. Gebraut werden heute unter anderem die Sorten Dampfbier und Zwickl. Neben dem Brauhaus befindet sich ein Brauereiausschank mit großem Biergarten, in dem insbesondere am Wochenende ein Musik- und Kulturprogramm geboten wird. Vor allem der sonntägliche Jazz-Frühschoppen ist eine Attraktion. Aus der Küche kommen betont ruhrpottspezifische Speisen, von Schimanskis Kartoffelsuppe mit extra harter Mettwurst bis zum zünftigen Mettigel mit gehackten Zwiebeln.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Brauhaus Zeche Jacobi, Oberhausen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zeche Jacobi war ein Steinkohlenbergwerk in Oberhausen, das 1913 gegründet und 1974 geschlossen wurde. In der Nähe der alten Zeche Jacobi wurde im Jahr 1996 zusammen mit dem Einkaufszentrum CentrO auch das Brauhaus Zeche Jacobi eröffnet. Im Gastraum gibt es Platz für 550 Personen, draußen für weitere 1.350. Geschäftsführer und Braumeister Gerald Friedauer braut 1.500  Hektoliter pro Jahr, insbesondere das Grubengold, ein Zwickl, das als Einziges auch in Flaschen abgefüllt wird, und das Mulvany’s, ein Dunkles.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Trinkhalle Bochum</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Trinkhalle in Bochum wurde im Sommer 2014 von Tom Gawlig gegründet. „Die Idee war eine Neuinterpretation einer klassischen Ruhrgebiets-Trinkhalle“, sagt Tom zu B&amp;B. „Heißt, es soll auf unprätentiöse Art eine soziale Kreuzung geschaffen werden, an der man Waren (Lakritz, Frikadellen, Snacks, Soleier, Lesestoff) einer Trinkhalle feilbietet. Der Unterschied bei uns ist, dass die Waren, und insbesondere das Bier, von besonderer Qualität sein sollen. Also möglichst aus der Region, möglichst lecker und möglichst Bio.“ Die Trinkhalle hat etwa 300 verschiedene Biere auf Lager. „Wir haben alle guten Biere aus dem Ruhrgebiet ständig vorrätig“, sagt Tom. „Aber keine Biere aus Übersee. Und keine Konzernbiere.“ Weitere Schwerpunkte sind fränkische und belgische Familienbrauereien. Und Sauerbiere. Das Publikum ist heterogen. Tagsüber mehr aus dem Viertel. Abends auch Bierkenner. Am Wochenende viele Studenten. Und was macht die Trinkhalle typisch für das Ruhrgebiet? „Wir sind weder eine Craftbierbar noch eine Weinstube. Wir sind die Trinkhalle“, sagt Tom. „Das würde so ehrlich nirgendwo funktionieren. Denn hier zählt nicht, watte bis. Nur gerade musse sein.“</p>
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		<title>Editorial Ruhrgebiet</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/editorial-ruhrgebiet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Falk Osterloh]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Sep 2017 09:09:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Speisen & Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Bier Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bierbranche]]></category>
		<category><![CDATA[Bierkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhrgebiet]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaubsorte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bierkultur wertet Urlaubsorte auf „Deutschland ist schön.“ Das ist nicht nur ein Slogan einer alten Erdinger-Werbung. Es stimmt auch. Tolle Landschaften, schöne Städte. Gute Infrastruktur und kurze Anreise. Außerdem billiger als die Südsee. So ist Deutschland seit vielen Jahren das beliebteste Reiseziel der Deutschen. 30 Prozent verbrachten 2016 ihren Urlaub im eigenen Land, wie der [&#8230;]</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Bierkultur wertet Urlaubsorte auf</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Deutschland ist schön.“ Das ist nicht nur ein Slogan einer alten Erdinger-Werbung. Es stimmt auch. Tolle Landschaften, schöne Städte. Gute Infrastruktur und kurze Anreise. Außerdem billiger als die Südsee. So ist Deutschland seit vielen Jahren das beliebteste Reiseziel der Deutschen. 30 Prozent verbrachten 2016 ihren Urlaub im eigenen Land, wie der Deutsche Tourismusverband berichtet. Mit weitem Abstand folgen Spanien (14,8 Prozent) und Italien (8,2 Prozent). Innerhalb Deutschlands sind Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Niedersachsen die Lieblingsurlaubsorte. Meer und Berge ziehen immer. Aber auch andere Regionen werden touristisch zunehmend erschlossen – selbst solche, die lange Zeit als wenig attraktiv galten. Wie das Ruhrgebiet. „Die Zahl der Übernachtungen ist im Ruhrgebiet in den letzten zehn Jahren um knapp 42 Prozent auf mehr als 7,7 Millionen angestiegen“, sagt Sarah Thönneßen von der Ruhr Tourismus GmbH. „Sowohl bei den Ankünften als auch bei den Übernachtungen war 2016 das siebte Rekordjahr in Folge.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Rolle die Bierkultur bei dieser Entwicklung spielt, kann man nur vermuten. Wahrscheinlich entscheiden sich die wenigsten Menschen ausschließlich deshalb für einen Urlaubsort, weil sie die dortige Bierkultur kennenlernen wollen. Aber sowohl das Ruhrgebiet als auch alle anderen Regionen des Landes werden durch die am Urlaubsort existierende Bierkultur aufgewertet. So profitiert die Bierbranche von der Tourismusbranche ebenso wie die Tourismusbranche von der Bierbranche. Und der bierliebhabende Urlauber profitiert sowieso. Eine Win-Win-Win-Situation.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bier- und Tourismusbranche arbeiten zusammen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die nordrhein-westfälischen Brauereien haben den Trend aufgegriffen, dass immer mehr Deutsche im eigenen Land Urlaub machen. So hat der Brauereiverband NRW zusammen mit Tourismus NRW und DEHOGA NRW die Bierroute NRW ins Leben gerufen. „Davon profitiert auch das Ruhrgebiet, das insbesondere mit seinen untergärigen Bierspezialitäteneine langjährige Bierkultur widerspiegelt“, sagt der neue Geschäftsführer des Verbandes Rheinisch-Westfälischer Brauereien, Heinz Linden, zu B&amp;B.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf eine gewisse Weise gehören Bier- und Tourismusbranche also zusammen. In der aktuellen Ausgabe von B&amp;B haben wir uns einmal im Ruhrgebiet umgeschaut und zeigen, was typisch ist für die Bierkultur der Region und wie sie sich derzeit fortentwickelt. Und vielleicht bekommt ja der eine oder andere Lust, in seinem nächsten Urlaub das Ruhrgebiet zu besuchen. Bierkultur gibt es dort in jedem Fall genug.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Falk Osterloh, Chefredakteur &#8222;Bier &amp; Brauhaus&#8220;</p>
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