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	<title>Dortmund Archive - Magazin Bier &amp; Brauhaus</title>
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	<description>Aus Genuss wird Leidenschaft</description>
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		<title>Glanz und Gloria? Das Brauerei-Museum zeigt Relikte der Dortmunder Brauereien um 1900</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bier &#38; Brauhaus Team]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jul 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Bierkultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Ausstellung „Glanz und Gloria? Die Dortmunder Brauereien um 1900&#8243; wirft einen Blick auf Relikte aus glorreichen Zeiten. Ab 1900 zählte Dortmund zu den größten deutschen Brauereistädten mit rund 30 Braustätten auf dem damaligen Stadtgebiet. Aufwändig gestaltete Bierkrüge, elegante Geschäftspapiere und eindrucksvolle, zum Teil akribisch inszenierte Werksfotografien zeugen vom Selbstbewusstsein der Branche. Gezeigt werden in [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Ausstellung „Glanz und Gloria? Die Dortmunder Brauereien um 1900&#8243; wirft einen Blick auf Relikte aus glorreichen Zeiten. Ab 1900 zählte Dortmund zu den größten deutschen Brauereistädten mit rund 30 Braustätten auf dem damaligen Stadtgebiet. Aufwändig gestaltete Bierkrüge, elegante Geschäftspapiere und eindrucksvolle, zum Teil akribisch inszenierte Werksfotografien zeugen vom Selbstbewusstsein der Branche. Gezeigt werden in der Ausstellung aber auch die weniger glanzvollen Seiten: die Arbeitsbedingungen der Brauereiarbeiter, Rohstoffknappheit und die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf den Betrieb.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lebendig und nah: Dortmunder Brauereigeschichte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Eröffnung der Ausstellung am 3. Juli 2025 waren auch die Köpfe des Konzepts anwesend, darunter: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Nancy Bodden, Kuratorin, zuständig für das Brauerei-Archiv im Westfälischen Wirtschaftsarchiv und Expertin für Dortmunder Brauereigeschichte</li>



<li>Moritz Hülk, Kurator und Diplom-Archivar (FH) in der Außenstelle des LWL-Archivamts für Westfalen im WWA, der dort für die Betreuung der Archive der Wirtschaft zuständig ist</li>



<li>Kfm. Klaus-Joachim Schlegel, Brauereidirektor im Ruhestand und Ehrenpräsident der „Stiftergesellschaft zur Förderung des Brauerei-Museums Dortmund e.V.&#8220;</li>



<li>Svenja Lehnhardt, Leiterin des Brauerei-Museums</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Glanz großer Brauereien und den Schattenseiten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der ab den 1870er-Jahren einsetzenden Modernisierung des Braugewerbes scheinen auch für die Dortmunder Brauer Zeiten von „Glanz und Gloria&#8220; angebrochen zu sein. In dieser Phase des industriellen Aufschwungs wurden traditionelle Braustuben durch Groß- und Aktienbrauereien ersetzt. Einfache Brauer stiegen zu angesehenen Unternehmern der Stadtgesellschaft auf.<br><br>Voraussetzungen für den rasant steigenden Bierabsatz waren der technische Fortschritt im Brau­­­prozess, die sich stetig verbessernde Verkehrsanbindung an die Eisenbahn und der Zuzug zahlreicher Arbeitskräfte ins Ruhrgebiet. Ab 1900 zählte Dortmund zu den größten deutschen Brauerei­städten. Diese Erfolge galt es selbstbewusst nach außen zu präsentieren – sei es architektonisch in Form von Prachtbauten oder durch die wirkungsvolle Gestaltung von Geschäftskorrespondenzen und ersten Werbemitteln.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Blick hinter die Kulissen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das gängige Bild der Brauwirtschaft im „prunkvollen&#8220; Kaiserreich ist durch den Fokus auf Wachstum, Erfolg und Repräsentation allerdings einseitig gefärbt. Wie sah es hinter den Kulissen aus? Wie ging es den Brauereiarbeitern im Kaiserreich? Welche Auswirkungen hatte der 1914 beginnende Erste Weltkrieg mitsamt seinen drastischen Rohstoffkürzungen auf den Braubetrieb? Die Ausstellung gewährt einen Blick auf die glanzvollen Zeiten, aber auch auf die weniger beachteten oder ungern erinnerten Seiten der Dortmunder Brauwirtschaft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Begleitprogramm mit Führungen und Vorträgen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>11. September 2025, 18 Uhr</strong>: Vortrag von Dr. Nancy Bodden (Westfälisches Wirtschaftsarchiv) „Kampf den Flaschenverlusten! Die Dortmunder Brauereien und der Ursprung des Flaschenpfandes&#8220; im Brauerei-Museum Dortmund</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br><strong>13. November 2025, 18 Uhr</strong>: Vortrag von Moritz Hülk (Westfälisches Wirtschaftsarchiv): „Arbeiter im Rausch. Kneipenkultur &amp; Alkoholkonsum in Dortmund&#8220; im Brauerei-Museum Dortmund</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br><strong>30. Oktober 2025, 18 Uhr</strong>: Führung „Die Schätze des Brauerei-Archivs im Westfälischen Wirtschaftsarchiv&#8220; im Westfälischen Wirtschaftsarchiv, Märkische Straße 120, 44141 Dortmund<br>Um Anmeldung wird gebeten unter <a href="mailto:s.berta@dortmund.ihk.de">s.berta@dortmund.ihk.de</a><br><br><strong>Weitere Informationen zur Ausstellung:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Ausstellung in Kooperation von Westfälischem Wirtschaftsarchiv (WWA) und Brauerei-Museum Dortmund.<br>Laufzeit: 04.07.2025 bis 11.01.2026<br>Eintritt: frei</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Öffnungszeiten:<br>Mi, Fr, So 10 &#8211; 17 Uhr<br>Do 10 &#8211; 20 Uhr<br>Sa 12 &#8211; 17 Uhr<br><a href="https://www.dortmund.de/dortmund-erleben/freizeit-und-kultur/museen/brauerei-museum/index-2.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">dortmund.de/brauereimuseum</a><br><br></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Neue Bierkultur im Ruhrgebiet</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/neue-deutsche-bierkultur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bier &#38; Brauhaus Team]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Sep 2017 18:07:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bierkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Bieragentur]]></category>
		<category><![CDATA[Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhrgebiet]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhrpottbrew]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ruhrpottbrew, Bergmann und Bieragentur Dortmund Die deutsche Bierkultur ist im Umbruch. Derzeit vergeht in Deutschland kaum eine Woche, in der nicht irgendwo in der Nation eine neue Bierbar, ein neues Fachgeschäft oder eine neue Brauerei (oder zumindest eine neue Biermarke) entsteht. In dieser Geschwindigkeit hat es eine ähnliche Entwicklung in Deutschland wohl seit der Erfindung [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Ruhrpottbrew, Bergmann und Bieragentur Dortmund</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><span class="s1"><b>Die deutsche Bierkultur ist im Umbruch. Derzeit vergeht in Deutschland kaum eine Woche, in der nicht irgendwo in der Nation eine neue Bierbar, ein neues Fachgeschäft oder eine neue Brauerei (oder zumindest eine neue Biermarke) entsteht. In dieser Geschwindigkeit hat es eine ähnliche Entwicklung in Deutschland wohl seit der Erfindung der Eismaschine nicht mehr gegeben. Oder noch nie. Um dieser bemerkenswerten Zeit Tribut zu zollen, stellen wir in B&amp;B einige der Menschen vor, die für diese Entwicklung verantwortlich sind – dieses Mal aus dem Ruhrgebiet.</b></span></p>



<h3 class="wp-block-heading"><span class="s1"><b>Ruhrpottbrew, Oberhausen </b></span></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><span class="s1">Die Ruhrpottbrewery wurde im Juli 2016 von Tobias Palmer und Silke Terlinden gegründet. Tobias ist Brauer, er entwickelt die Rezepte und braut die Biere. Silke ist Rechtsanwältin. Die Ruhrpottbrewery verbindet Brauerei und Shop, der im Oktober eröffnet wurde. Neben den drei eigenen Bieren (Pils, Honey Pepper Ale und Scottish Ale) gibt es hier 200 bis 250 Craftbiere aus aller Welt: USA und Kanada ebenso wie Österreich, Estland und Italien. Die eigenen Biere werden mittlerweile auch anderswo verkauft, zum Beispiel bei Edeka, Rewe oder der Trinkhalle Bochum (siehe Seite 20 bis 23). Auch (stark nachgefragte) Bierverkostung bieten die beiden an. „Wir haben die Ruhrpottbrewery gegründet“, sagen sie, „weil es im Ruhrgebiet früher sehr viele kleine bis große Brauereien gab und wir diese Biertradition wieder neu beleben wollen.“ Noch braut Tobias im Brauhaus Rütershoff in Castrop-Rauxel. Langfristiges Ziel ist eine eigene Brauerei. </span></p>



<h3 class="wp-block-heading"><span class="s1"><b>Hopfenfeste, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Bochum</b></span></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><span class="s1">Oliver Daniel Sopalla kocht für sein Leben gerne. So hat der Leiter der Kommunikationsagentur Go Between im Jahr 2008 „Die neue Ruhrgebietsküche“ erdacht, mit der er unter anderem auf der Internationalen Tourismusbörse vertreten war. 2013 folgte das Weinfestival „Weine vor Freude“ in Bochum mit einem urbanen und modernen Ansatz – und circa 3.000 Besucher pro Jahr. Zusammen mit seinem Kollegen Philipp Pöss, der für Bier schwärmt, kamen die beiden dann recht bald auf die Idee, ein modernes Fest auch zum Thema Bier auf die Beine zu stellen. Da passte es gut, dass die Macher des Zentrums für Kunst und Kreativität am Dortmunder U sie ansprachen, da sie sich ein Bierfestival als Abschluss ihrer Kunstausstellung zum 500-jährigen Jubiläum des Reinheitsgebots wünschten. Gemeinsam veranstalteten sie das erste Festival der Dortmunder Bierkultur, das im vergangenen Jahr 11.500 Besucher anzog und in diesem 18.000. Weil es so gut lief, organisierten Oliver und seine Kollegen in diesem Jahr je ein Hopfenfest in Gelsenkirchen, in Recklinghausen und in Bochum. Dabei waren unter anderem die Brooklyn Brewery, Stone Brewing, Jacob Stauder und Crew Republic, dazu Onkel Bier, Propeller oder Vormann. Auch die Hopfenfeste waren ein voller Erfolg mit etwa um die 10.000 Besuchern pro Fest. Für 2018 sind Oliver und Philipp mit weiteren Städten im Gespräch.</span></p>



<h3 class="wp-block-heading"><span class="s1"><b>Brauerei Bergmann, Dortmund</b></span></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><span class="s1">Im Rahmen des großen Dortmunder Brauereiensterbens stellte auch die Bergmann Brauerei im Jahr 1972 die Produktion ein. Irgendwann erloschen auch die Markenrechte, die der Lebensmitteltechniker Dr. Thomas Raphael 2005 aus einer Laune heraus für 300 Euro erwarb. Aus Nostalgie (und weil die Rechte sonst wieder verfallen wären), ließ er von einer Brauerei einen kleinen Sud brauen, abfüllen und verkaufte ihn unter dem Namen der Bergmann Brauerei. Es stellte sich heraus, dass er nicht der einzige Biernostalgiker in der Gegend war. Und auch das Motto passte gut: Harte Arbeit, ehrlicher Lohn. Nach und nach stieg das Interesse, bis im Jahr 2010 Bergmannbier erstmals wieder in Dortmund auf einer kleinen Anlage gebraut wurde. Auch ein Büdchen in der Innenstadt hat Thomas gekauft, in dem Bergmannbier verkauft wird und das mittlerweile Kultstatus erworben hat. Mittlerweile ist die alte Brauerei zu klein geworden. Und so eröffnet im September die neue Bergmann Brauerei im alten Industrieviertel des Dortmunder Vororts Hörde, gleich neben einem alten Hochofen. </span></p>



<h3 class="wp-block-heading"><span class="s1"><b>Bieragentur Dortmund</b></span></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><span class="s1">Im Sommer 2014 haben sich Ferdinand Laudage, Markus Maurer und Christian Wolf auf einer Grillparty getroffen und ihrem Unmut darüber Ausdruck verliehen, dass das Thema Craftbier noch nicht im Ruhrgebiet angekommen ist, noch nicht einmal in der alten Bierhauptstadt Dortmund. Um dies zu ändern, gründeten sie im November desselben Jahres die Bieragentur Dortmund. Christian ist gelernter Brauer, Markus und Ferdinand sind Hobbybrauer. Sie führen vor allem Brauseminare und Bierverkostungen durch, beraten die Industrie und sehen sich als Bindeglied zwischen den kleinen Brauereien sowie den Einzelhändlern und Gastronomen im Ruhrgebiet. Zusammenarbeit ist für sie wichtig. So reisen sie auch durch die Region und bieten ihre Seminare zum Beispiel im Brauhaus Gleumes in Krefeld oder bei Ruhrpottbrew in Oberhausen an. Im „Kumpel Erich“ im Dortmunder Kreuzviertel organisieren sie eine Tastingreihe mit sechs Bieren und drei Menügängen. Zudem brauen sie regelmäßig in Dortmund bei „Mit Schmackes“, dem Restaurant vom Ex-BVB-Profi Kevin Großkreutz. Die Resonanz von Kunden und Geschäftspartnern ist „sehr gut“, sagt Ferdinand. Er findet, dass sich im Ruhrgebiet in Sachen neuer Bierkultur schon vieles getan hat, dass aber auch noch einiges passieren wird. Wünschenswert wäre, meint er, wenn mehr Gastronomen sich ein Herz nehmen und auch mal bedingungslos auf kreative Biere setzen würden. Da fehle oft noch der Mut. Aber auch das Wissen. Mittlerweile hat sich Christian als „Brauwolf“ sozusagen selbstständig gemacht. Zurzeit organisiert er zusammen mit den Machern der Frankfurter Bierbar naïv das Craft Beer Festival am 13. und 14. Oktober in Essen. Ferdinand arbeitet jetzt Vollzeit in der Bieragentur. Vor Kurzem hat er das Buch „Craft-Bier einfach selber brauen“ veröffentlicht. Markus arbeitet tagsüber (noch) als Apotheker und leitet abends die Verkostungen. </span></p>



<h3 class="wp-block-heading"><span class="s1"><b>Bierrevier, Bochum</b></span></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><span class="s1">Im September wird Gerd Ruhmann in Bochum das „Biergebiet“ eröffnen, einen Multitap, wie er es nennt, in dem es auch Brauseminare, Verkostungen und andere Bierevents geben wird und das zudem jungen Künstlern als Galerie dienen soll. Gerds Credo lautet: „Bier wird durch Transport nicht besser.“ Deshalb wird er überwiegend Biere regionaler Brauereien am Hahn haben – allen voran Biere befreundeter Brauer. „Es wird kein Fiegeeck reloaded“, sagt Gerd, wenngleich es durchaus auch das in Bochum heimische Bier geben wird. Aber die Eckkneipen alten Stils hätten sich, auch im Zuge der „Warsteinerisierung des Geschmacks“, nach und nach überlebt, meint Gerd. Bei den Events sollen Bierbrauer aus der Region eingeladen werden, um ihre Biere vorzustellen. „An Qualität fehlt es ja in der Gegend nicht“, betont Gerd. In der Pächterwohnung will er ein Atelier einrichten, in dem Künstler aus aller Welt einige Zeit wohnen, arbeiten und ihre Werke dann in der Bar ausstellen können. Zudem plant Gerd einen Hobbybrauerstammtisch Ruhrgebiet, bei dem der Austausch zwischen den Hobbybrauern und ihre Expertise gefördert sowie zum Beispiel Hospitationen in Brauereien organisiert werden sollen. Interessenten können sich unter biergebiet@gmail.com melden. </span></p>
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		<title>Bierstadt Dortmund</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/bierstadt-dortmund/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bier &#38; Brauhaus Team]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Sep 2017 06:33:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Speisen & Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Bier]]></category>
		<category><![CDATA[Bierstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Fritz Brinkhoff]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Geschichte der Bierstadt Dortmund Keine Stadt hat das Bild des Ruhrgebiets als Bierregion so geprägt wie Dortmund. B&#38;B-Autor Peter Eichhorn begibt sich auf eine Reise in Dortmunds wilde, glorreiche Bierhistorie – und zeigt, dass auch in der Gegenwart Hopfen und Malz nicht verloren sind. Dortmund Hauptbahnhof. Bitte aussteigen! Wer dieser Aufforderung vor einem halben Jahrhundert [&#8230;]</p>
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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Geschichte der Bierstadt Dortmund</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Keine Stadt hat das Bild des Ruhrgebiets als Bierregion so geprägt wie Dortmund. B&amp;B-Autor Peter Eichhorn begibt sich auf eine Reise in Dortmunds wilde, glorreiche Bierhistorie – und zeigt, dass auch in der Gegenwart Hopfen und Malz nicht verloren sind. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dortmund Hauptbahnhof. Bitte aussteigen! Wer dieser Aufforderung vor einem halben Jahrhundert Folge geleistet hätte, wäre sofort von den Düften der Brausude und Malze umweht worden. Heute bleibt dort die Nase biertechnisch unstimuliert. Dennoch begrüßt ein Wahrzeichen der ehemals stolzen Biermetropole den Reisenden. Hoch in den Himmel ragt das goldene U über dem Bahnhofs- und früheren Brauereiviertel der Dortmunder Innenstadt. 67 Jahre wurde hier Bier gebraut.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der Turm mit dem goldenen U</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Turm mit dem goldenen Buchstaben symbolisiert gleichsam den Aufstieg und den Niedergang Dortmunds als international renommierte Bierstadt. Um 1900 versorgen 30 Brauereien die Westfalenregion mit Brauwaren. Zu dieser Zeit wird nur in München und Berlin mehr Bier gebraut. 1926 beauftragt die Dortmunder Union Brauerei (DUB) den Architekten Emil Moog mit dem Bau eines neuen Brauereigebäudes. Markant und stattlich soll es sein und den Status der Brauerei als eine der größten des Landes untermauern. Nach nur 14 Monaten Bauzeit geht die hochmoderne Braustätte in Betrieb. Tatsächlich läuft die Bierproduktion durch den Turm. Von oben nach unten vollziehen sich die einzelnen Schritte der Bierproduktion. Damals wird Dortmunds erstes Hochhaus allerdings noch nicht von dem markanten U bekrönt. 1929 knackt die Dortmunder Union erstmals die Produktionsmenge von einer Million Hektoliter Jahresproduktion. Dortmunder Bier boomt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ursprünge des Dortmunder Brauwesens liegen jedoch viel weiter in der Vergangenheit. Eine Urkunde vom 22. August 1293 enthält das Privileg für die Dortmunder, „Bier mit Gewürz“ herzustellen. König Adolf von Nassau hatte es der Stadt verliehen. Gebraut wurde damals jenes Bier, das manche Kreativbrauerei (wie beispielsweise das Gruthaus Münster) heute als „Grutbier“ zu neuem Leben erweckt. In den nördlichen Regionen, wo Hopfen nicht so gut gedeiht, aromatisierten die Brauer ihre Biere mit Kräuter- und Gewürzmischungen. Vielerorts wachte ein Grutmeister über die genaue und meist geheime Rezeptur, in der Zutaten wie Gagel, Wacholder, Harze und Kümmel enthalten waren. Ab dem 16. Jahrhundert stieg die Verfügbarkeit von Hopfen, und die Herstellung von Grutbier verringerte sich zunehmend. Das Dortmunder Bier genoss bereits zu dieser Zeit einen sehr guten Ruf und beeinträchtigte die Steuereinnahmen der Magistrate anderer Städte. Die verärgerten Konkurrenten Dortmunds heuerten Schützen an, die auf dem Transportweg Löcher in die Bierfässer schießen sollten. Als Gegenreaktion wurden die Dortmunder Biertransporte nun schwer bewacht auf den Weg gebracht. Die Situation eskalierte zu dem, was in den Annalen als der „Westfälische Bierkrieg“ beschrieben wird. Es heißt, der schlussendliche Friedensschluss sei mit einem opulenten Saufgelage zelebriert worden.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Die ersten untergärigen Biere in Dortmund</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert machte Dortmund dann zur Bierberühmtheit. Als Startschuss gilt das Jahr 1843, als der Braumeister Heinrich Wenker in der „Krone am Markt“ als Erster die untergärigen Hefen gezielt einsetzte und nach dem Vorbild der Pilsner und Münchner Brauart ein helles Bier in Dortmund einführte. Zuvor hatte er in München in der Franziskaner Brauerei den neuen Braustil erlernt. Der Erfolg war gewaltig. 1870 verkaufte Wenker mit seinem Partner Overbeck 14.000 Hektoliter, vier Jahre später waren es bereits 41.000. Der Bierstil „Dortmunder Helles“, der sich zum „Dortmunder Export“ weiterentwickeln sollte, war geboren.Die Bierstadt Dortmund wuchs weiter. Neue Brauereigründungen folgten. 1854 begannen die Brauereien Thier und Hövels mit der Produktion, 1867 wurde die Stifts-Brauerei in Hörde gegründet, und 1868 folgte jene einflussreiche Brauerei, deren Bier auch heute noch in der Region beliebt ist: die Dortmunder Actien Brauerei (DAB).</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der Aufstieg des Fritz Brinkhoff</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wir befinden uns in der Heimat von Kohle und Stahl. Die harte Arbeit sorgte für trockene Kehlen, und das heimische Bier wusste, diesen Zustand zu beheben. Die Stahl- und Bergarbeiter trugen ihren Teil zum Erfolg des Exports bei. Das untergärige, herbe Bier besitzt einen hohen Stammwürzegehalt von bis zu 13,5 °Plato und einen Alkoholgehalt von mehr als 5 Prozent. Es ist vollmundig, weniger hopfenbitter als Pils, aber herber als das Bayerisch Hell mit einem halbtrockenen Abgang. Noch befinden wir uns in der Zeit vor der Erfindung der Kältemaschine durch Carl von Linde, und so werden die Biere, die lange Lieferwege überstehen sollen, kräftiger eingebraut. Der Bierexperte Horst Dornbusch empfiehlt für Heimbrauer die Hopfensorten Mittelfrüh, Tettnanger und Saazer und die dänische Hefesorte 2042. Das Wasser zu dem Bier darf ruhig etwas härter sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der wichtigsten Brauunternehmer der Stadt war Fritz Brinkhoff. 1848 in Harpen bei Bochum geboren, wurde der talentierte Brauer und gewiefte Geschäftsmann ab 1869 eine prägende Figur für das Dortmunder Brauwesen. Nach ersten Anstellungen bei der Kloster- und der Löwenbrauerei wurde er technischer Leiter in der Brauerei Wilhelm Struck &amp; Co. Dort handelte er zusätzlich zu seinem Gehalt eine Umsatzbeteiligung aus. Diese blieb auch nach 1873 erhalten, als das Unternehmen eine Neustrukturierung erlebte und die Geschäfte als „Dortmunder Union Brauerei AG“ fortführte. Auch dieser Name war eine Idee von Brinkhoff. Brinkhoff zählte zu denjenigen, die den Exportstil weiterentwickelten und ihm zum Durchbruch verhalfen. Das zahlte sich für ihn aus, und so entstand jene Anekdote, dass Brinkhoff und Fürst Bismarck sich 1890 bei einer Kur in Bad Kissingen trafen und der Brauer stolz von seinem Wohlstand berichtete. Das soll den Reichskanzler später, als es Kritik an seinem Gehalt gab, zu dem Ausspruch verleitet haben, er verdiene ja nicht einmal so viel wie ein Dortmunder Braumeister. Eine hübsche Geschichte schildert den Erfolg als ursprüngliches Versehen: Angeblich schickte Brinkhoff eine fehlerhafte Lieferung nach Aachen, bei der versehentlich zu viel helles Gerstenmalz eingesetzt worden war. Den Aachenern schmeckte der Trunk aber so gut, dass zügig Nachschub beschafft werden musste.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Borussia-Brauerei wird Namensgeberin des BVB</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach 53 Jahren in Diensten von DUB setzte sich Brinkhoff 1923 zur Ruhe und verstarb 1927. 50 Jahre nach seinem Tod braute DUB die historische Rezeptur für ein Dortmunder Helles nach Pilsner Brauart ein und benannte das Bier nach dem legendären Braumeister als Brinkhoff’s No. 1, bis heute das Aushängeschild des Unternehmens. Zudem ist es das offizielle Bier für die Fußballer von Borussia Dortmund. Bier passt sehr gut zu diesem Verein, da es auf sehr prägende Weise dessen Gründung begleitete. Am 19. Dezember 1909 trafen sich einige junge, sportbegeisterte Männer aus der katholischen Dreifaltigkeits-Gemeinde in der Gaststätte „Zum Wildschütz“, nahe dem Dortmunder Borsigplatz. Es galt, für ihren frisch gegründeten Fußballverein einen Namen zu ersinnen. In dem Vereinszimmer des Lokals hing ein altes Schild der Borussia-Brauerei. Zwar gab es diese Brauerei nicht mehr, da sie bereits 1901 in die Hansa-Brauerei umgewandelt worden war, aber das Schild inspirierte dennoch erfolgreich die Namensgebung der Kicker.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Erneuter Aufschwung in den Wirtschaftswunderjahren</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vielfalt der Brauereien Dortmunds blieb immens, und durch das Bier, das man trank, erfolgte für viele Biertrinker gleichzeitig ein Bekenntnis. Der Westen von Dortmund genoss Ritter oder Bergmann, der Süden zapfte Stifts. Es tranken die Katholiken Thier, die Protestanten schworen auf Union, in Arbeiterkehlen floss Hansa, und als Gutbürgerlicher genehmigte man sich gerne Kronen. Der Erste Weltkrieg bedeutete einen gravierenden Einschnitt in die Brauwirtschaft, und nach dessen Ende blieben der Stadt nur 28 Braubetreibe erhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wiederum begleiteten die Wirtschaftswunderjahre einen zweiten Aufschwung der Brauereien Dortmunds. Zwar existierten in den 1960er-Jahren nur noch sieben von ihnen – aber dafür im großen Stil. Neben Kohle und Stahl war bereits zuvor das Bier das dritte Standbein im Revier gewesen. 6.800 Menschen fanden Arbeit bei den Braustätten, die mit Millionen Hektolitern insgesamt ein Zehntel der deutschen Bierproduktion stellten. Die Werbebotschaft als „Europas Bierstadt Nummer 1“, die an den Ortseingangsschildern der Stadt montiert war, hatte ihre Berechtigung. In den 2000er Jahren wurde dieser stolze Zusatz wieder abmontiert.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der Niedergang des Dortmunder Exports</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Heute kritisieren Brauhistoriker, dass die Dortmunder Brauereien die Zeichen der Zeit nicht erkannt hätten. In den 1970er-Jahren setzte eine Veränderung im Markt ein: Das Pils wurde immer beliebter, während das Export nicht mehr so häufig verlangt wurde. Den Rückgang der Popularität des Exports führen Soziologen darauf zurück, dass die westfälischen Arbeiter dieses Bier während ihrer anstrengenden Maloche zu sich nahmen, aber bei Ausflügen ins benachbarte Sauerland das Pils schätzen lernten und es gedanklich mit dem Genuss der Freizeit verbanden. Marken wie Iserlohner oder Veltins profitierten davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So setzte schließlich ein Konzen­trationsprozess ein: 1971 übernahm DAB die Hansa Brauerei. Die Bergmann Brauerei stellte 1972 die Produktion ein. Im gleichen Jahr fusionierte Union mit der Berliner Schultheiss Brauerei zur Union-Schultheiss GmbH, die wiederum 1988 zur Brau und Brunnen GmbH wurde und sich rasch zum größten Getränkekonzern Deutschlands entwickelte. In den 1980er-Jahren erlebte das Ruhrgebiet die große Krise von Kohle und Stahl. Auch die Verkaufszahlen der Dortmunder Biere, insbesondere beim Export, brachen ein. 1987 kaufte Kronen die Stifts-Brauerei und fünf Jahre später auch Thier (zu der wiederum Hövels gehört). 1994 übernahm Union die Ritter Brauerei, und 1996 übernahm DAB auch noch Kronen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Die 2000er-Jahre werden noch schlimmer</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Noch einschlägiger wirkten sich die 2000er-Jahre aus. DAB war stark verschuldet, und so übernahm 2002 die Radeberger Gruppe ihre gesamten Marken, also DAB, Hansa, Kronen, Stifts und Thier. 2004 übernahm dann die zum Oetkerkonzern zählende Radeberger Gruppe auch noch Brau und Brunnen mitsamt der Dortmunder Marken Brinkhoff’s, Ritter und Union. Die Produktion verließ die Innenstadt und wurde am DAB-Standort auf dem ehemaligen Hansagelände in der Steigerstraße konzentriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf diesem Gelände lässt sich immerhin die faszinierende Braugeschichte Dortmunds erkunden, denn seit 2006 empfängt ein neues Museum zur Biergeschichte in den historischen Gebäudeteilen die Besucher und bietet abwechslungsreiche Informationen und Präsentationen zur Brautradition der größten Stadt Westfalens und des Ruhrgebiets.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Das goldene U leuchtet wieder</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in die Innenstadt. Hier leuchtet über allem noch immer das goldene U. Wie durch ein Wunder hatte das DUB-Gebäude den Bombensturm des Zweiten Weltkriegs überstanden und konnte so den Wiederaufbau Dortmunds zur modernsten Braustätte Europas begleiten. Ende der 1960er-Jahre wurde der Turm zur Feier des Erfolgs mit dem U bekrönt – zunächst aus Pappe, dann mit einem echt vergoldeten leuchtenden U.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem 1994 die Union den Standort verließ, verfiel der Bau zusehends, und es gab sogar Abrisspläne. Erst im Rahmen der Planungen der RUHR2010, die das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt Europas inszenierte, wurden Rettungspläne entwickelt. Täglich leuchten heute 1,7 Millionen LEDs des Lichtkünstlers Adolf Winkelmann vom Turm. Ein neues Wahrzeichen ward geboren. Im Inneren entkernt, bietet der Turm heute als Zentrum für Kunst und Kreativität eine Heimat für Kulturveranstaltungen, Kinos, Mitmachprojekte, Medienkunst, Ausstellungsräume sowie eine Aussichtsplattform. Auch eine Bar, Restaurants und eine Partylocation sind dabei. Und auch, wenn unter dem stolzen Dortmunder Bier-U nicht mehr gebraut wird, so wird das Dortmunder Bier hier doch immerhin weiter ausgeschenkt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Peter Eichhorn</p>



<p class="wp-block-paragraph">Brauerei-Museum Dortmund, eingebettet in die Brinkhoffs-Brauerei, Steigerstr. 16, 44145 Dortmund<br><a href="http://www.brauereierlebnis-dortmund.de" target="_blank" rel="noopener">www.brauereierlebnis-dortmund.de</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dortmunder Brauerei-Archiv unter der wissenschaftlichen Leitung des Westfälischen Wirtschaftsarchivs (WWA)<br><a href="http://www.archive.nrw.de" target="_blank" rel="noopener">www.archive.nrw.de</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bier-und-brauhaus.de/bierstadt-dortmund/">Bierstadt Dortmund</a> erschien zuerst auf <a href="https://bier-und-brauhaus.de">Magazin Bier &amp; Brauhaus</a>.</p>
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