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	<title>Forschung Archive - Magazin Bier &amp; Brauhaus</title>
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	<description>Aus Genuss wird Leidenschaft</description>
	<lastBuildDate>Mon, 11 Aug 2025 06:41:47 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Hopfen-Forschung: Viel mehr als nur &#8222;Die Seele eine Bieres&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Uwe Mark]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Aug 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Luisa Kober und Marco Dürsch haben eines gemeinsam: Beide arbeiten an Forschungsprojekten, die jeweils der zukunftsweisenden Frage nachgehen, wie die antivirale und antibiotische Wirkung von Hopfen im Sinne einer biobasierten Produktion von tierischen Lebensmitteln innovativ eingesetzt werden kann. Die beiden Forschenden vom Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik (BVT) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) befassen sich in ihren [&#8230;]</p>
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<p>Luisa Kober und Marco Dürsch haben eines gemeinsam: Beide arbeiten an Forschungsprojekten, die jeweils der zukunftsweisenden Frage nachgehen, wie die antivirale und antibiotische Wirkung von Hopfen im Sinne einer biobasierten Produktion von tierischen Lebensmitteln innovativ eingesetzt werden kann.</p>



<p>Die beiden Forschenden vom Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik (BVT) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) befassen sich in ihren Promotionsvorhaben mit den positiven Auswirkungen des Hopfens.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hopfen wirkt antibiotisch und wachstumsfördernd</h2>



<p>„Wir knüpfen dabei an dem Jahrtausende altem Wissen an, dass Hopfen eine Heilpflanze ist“, erklärt Luisa Kober. „Die Wirkung von Hopfen hat man sich bereits in der Vergangenheit zunutze gemacht, wenn es beispielsweise darum ging, Bier haltbar zu machen.“ Ihr Ziel ist es nun, diese Eigenschaft zu nutzen, um Futterzusatzstoffe aus Hopfenextrakten für eine nachhaltige Geflügelproduktion einzusetzen. </p>



<p>„Mein Forschungsvorhaben zielt zum einen darauf ab, eine Alternative zu herkömmlichen Antibiotika zur Behandlung und als Prophylaxe von bakteriellen Infektionserkrankungen in der Geflügelhaltung zu haben. Anderseits ist der Einsatz von Hopfen in der Tierzucht darüber hinaus besonders interessant, weil dieser wachstumsfördernd wirken kann“, sagt die Biochemikerin.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Forschung auf dem Hühnerhof</h2>



<p>Der Nachweis ihrer Grundlagenforschung lässt sich bereits in der Praxis nachvollziehen: In Kooperation mit der Universität im südbrasilianischen Joinville, wo ein FAU-Absolvent als Postdoc beschäftigt ist, werden auf einem Hühnerhof mikroverkapselte Hopfenextrakte verfüttert. Mit entsprechendem Erfolg. Es lassen sich bereits Trends erkennen, die eine Gewichtszunahme der Tiere und die antibiotische Wirkung der sogenannten „Micro-Hops“ vermuten lassen.</p>



<p>„Vor dem Hintergrund zunehmender Probleme durch antibiotikaresistente Keime, ist es im Sinne der Gesundheit von Mensch und Tier nur sinnvoll, eine Alternative zum Einsatz von Antibiotika in der Geflügelproduktion zu finden“, betont Luisa Kober. Zumal die Alternative eine aus nachwachsenden Rohstoffen und damit nachhaltig ist. Und das in einem Bereich der Lebensmittelproduktion, der ständig wächst: Geflügel ist das Fleisch, das weltweit am meisten verzehrt wird. Tendenz weiter steigend.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schutz vor Viruserkrankungen</h2>



<p>Dasselbe gilt für Marco Dürsch und sein Promotionsvorhaben. Der Life Science-Ingenieur untersucht die antivirale Wirkung von Hopfen sowie insbesondere von Hopfenreststoffen, wie sie als Abfallprodukt in Brauereien oder in der Hopfenveredelung beim Herstellen von Hopfenextrakten anfallen, für die Aquakultur von (Speise-)fischen. </p>



<p>Die kontrollierte Aufzucht von Fischen, Muscheln, Krebstieren und Co. gilt als der am schnellsten wachsende Bereich für die Erzeugung von Lebensmitteln tierischen Ursprungs. „Diese Form der Massentierhaltung führt zu denselben Problemen wie die industrielle Tierhaltung an Land“, erklärt Marco Dürsch. „Gerade in Aquakulturen, wo Fische auf engstem Raum zusammenleben, ist die Gefahr von tödlichen Viruserkrankungen groß.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Antivirale Zusatzstoffe auf Hopfenbasis für Fischfutter</h2>



<p>Der FAU-Wissenschaftler hat dabei insbesondere das Koi-Herpesvirus im Blick, das hierzulande vor allem Nutzkarpfen befällt und in den allermeisten Fällen tödlich endet. Außerdem untersucht er das Tilapia-Teich-Virus, das vor allem im asiatischen Raum gängige Speisefische betrifft, sowie zwei Virusarten, die vornehmlich Forellen und Lachse befallen. „Gerade das Koi-Herpesvirus ist ein riesiges Problem, weil in Europa noch keine zugelassene Prophylaxe oder medikamentöse Behandlung existiert“, sagt Marco Dürsch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wirksamkeit im Labor bereits belegt</h2>



<p>„Die Forschungsarbeit an diesen Virusarten läuft schon seit einigen Jahren am Lehrstuhl. Letztlich hat die lehrstuhleigene Brauerei und die Auseinandersetzung mit dem Brauprozess dazu geführt, dass wir uns nun die Eigenschaften des Hopfens zunutze machen.“ Mit Erfolg: Die Wirksamkeit hat sich bereits gezeigt. Im Labor ist Marco Dürsch nun dabei, verschiedene Hopfensorten dahingehend zu untersuchen, welche der einzelnen Inhaltsstoffe sich jeweils als besonders antiviral wirksam erweisen. Sind die Stoffe identifiziert, werden sie durch angepasste Extraktionsverfahren selektiv angereichert und ebenfalls mikroverkapselt, um letztlich den Prototyp eines Zusatzstoffes für entsprechende Fischfuttermittel herzustellen.</p>



<p>Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der präventiven Wirkung von Hopfen hat für ihn und Luisa Kober einen besonderen Reiz: „Mit Stoffen natürlichen Ursprungs etwas entwickeln zu können, das nachhaltig krankheitsverhindernd wirkt, damit eine biobasierte Lebensmittelproduktion voranbringt und letztlich an gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen anknüpft, ist ein großer Ansporn.“</p>



<p></p>
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		<title>Turbo-Sauerbier: Erbsen machen&#8217;s möglich!</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/turbo-sauerbier-erbsen-machens-moeglich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bier &#38; Brauhaus Team]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Jul 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Brauhandwerk & Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Sauerbier]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Saure Biere sind ein fester Bestandteil der Speisekarten von Kleinbrauereien und Supermarktregalen. Sie werden wegen ihres säuerlichen, komplexen Geschmacks geschätzt. Manche von ihnen erfordern jedoch lange und komplizierte Brauprozesse. Forschende berichten im ACS Journal of Agricultural and Food Chemistry wie sie saure Biere in kürzerer Zeit mit einer scheinbar seltsamen Zutat gebraut haben: mit Felderbsen. Die [&#8230;]</p>
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<p>Saure Biere sind ein fester Bestandteil der Speisekarten von Kleinbrauereien und Supermarktregalen. Sie werden wegen ihres säuerlichen, komplexen Geschmacks geschätzt. Manche von ihnen erfordern jedoch lange und komplizierte Brauprozesse. Forschende berichten im ACS Journal of Agricultural and Food Chemistry wie sie saure Biere in kürzerer Zeit mit einer scheinbar seltsamen Zutat gebraut haben: mit Felderbsen.</p>



<p>Die experimentellen Biere hatten einen fruchtigen &#8211; nicht &#8222;bierseligen&#8220; &#8211; Geschmack sowie weitere Eigenschaften, die mit einem kommerziellen belgischen Sauerbier vergleichbar sind. Erreicht wurde das Ergebnis mit kürzeren und einfacheren Brauschritten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bakterien spielen zentrale Rolle</h2>



<p>&#8222;Sauerbier ist für den Bierliebhaber die Alternative zu Champagner. Durch die Verwendung von Zuckern aus Erbsen, die von Hefen nicht verstoffwechselt werden können, fördern wir das Wachstum von Bakterien, die für die Herstellung von Sauerbier unerlässlich sind&#8220;, sagt Studienautor Bjørge Westereng.</p>



<p>Der charakteristische Geschmack von Sauerbier entsteht durch Säuren, die von Milchsäure produzierenden Bakterien (LAB) oder Brettanomyces-Hefen gebildet werden. Diese setzen Brauer hinzu oder sie werden auf natürliche Weise aus der Umwelt eingebracht. Diese Mikroben benötigen oft Monate oder sogar Jahre, um die ursprünglich zuckerhaltige, eingeweichte Getreideflüssigkeit (Würze) zu vergären. Deshalb haben Westereng und seine Kollegen rund um Philipp Garbers, Catrin Tyl nach Zuckern gesucht, die nicht in herkömmlichem Getreide vorkommen und den Gärungsprozess beschleunigen könnten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Angst vor &#8222;bohnigem&#8220; Geschmack</h2>



<p>Mit Molekülen aus Holz hatten es die Forschenden bereits versucht. Dieses Mal standen Hülsenfrüchte im Fokus. Dazu gehören auch Bohnen, Linsen und Erbsen. Bislang wurden Hülsenfrüchte wenig genutzt, vor allem weil sie dazu neigen, Lebensmitteln einen &#8222;bohnigen&#8220; Geschmack zu verleihen. </p>



<p>Sie gelten jedoch als nachhaltig, leicht anzubauen und enthalten Zucker, die Oligosaccharide der Raffinosefamilie (RFO), die LAB leicht als Nahrungsquelle nutzen kann. In der neuen Forschungsarbeit braute das Team Sauerbiere mit RFOs, die aus Felderbsen extrahiert wurden, und verglich das Endprodukt mit einem handelsüblichen belgischen Sauerbier.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nur 19 Tage Gärzeit</h2>



<p>Mit drei verschiedenen LAB brauten die Forscher vier experimentelle saure Biere: zwei mit und zwei ohne RFO aus Felderbsen. Alle vier wurden 19 Tage lang mit Brettanomyces clausennii-Hefe und einer Kombination von LAB vergoren. Nach der chemischen Analyse und der Bewertung durch ein geschultes Sensorik-Panel stellte das Team fest, dass die Biere, die mit dem RFO-Extrakt gebraut worden waren, mehr Milchsäure, Ethanol und Alkohol enthielten. Zudem wiesen sie folgende Merkmale auf:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Fruchtigere Aromen, säuerlicherer Geschmack und höhere Gesamtgeschmacksintensität als die ohne RFO gebrauten Biere, aber vergleichbare Gesamtgeschmacksintensität wie das kommerzielle Bier.</li>



<li>Keine Spur von unerwünschten bohnigen Aromen.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Zukunft der Sauerbiere</h2>



<p>Trotz der kurzen Gärzeit verschlang die LAB alle RFOs und hinterließ in keinem der Versuchsbiere nachweisbare Spuren. Dies ist wichtig, da RFO bei manchen Menschen Magen-Darm-Probleme verursachen können. Die Forschenden hoffen, dass diese Arbeit zeigt, wie Hülsenfrüchte und RFOs in das Bierbrauen integriert werden können und dass auf Erbsen basierende Zutaten mit diversen Produkten in Verbindung gebracht werden können.</p>



<p><em>Bild und Textquelle: https://www.yumda.com/de/news/</em></p>



<p></p>
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		<title>Von Bier bis Arznei: Wie Hopfen gegen Spinnmilben resistenter wird</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/von-bier-bis-arznei-wie-hopfen-gegen-spinnmilben-resistenter-wird/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bier &#38; Brauhaus Team]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jun 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Bierbranche & Brauwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilungen]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Hopfen]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland ist weltweit einer der beiden Hauptproduzenten der Kulturpflanze Hopfen, die auch Grundlage etwa von Arzneien ist. Doch jährlich lauert eine Gefahr: die Spinnmilbe. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert deshalb mit rund 450.000 Euro ein Projekt der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), dass das Problem der Spinnmilben gezielt bekämpfen will. Der Hopfen soll widerstandsfähiger [&#8230;]</p>
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<p>Deutschland ist weltweit einer der beiden Hauptproduzenten der Kulturpflanze Hopfen, die auch Grundlage etwa von Arzneien ist. Doch jährlich lauert eine Gefahr: die Spinnmilbe. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert deshalb mit rund 450.000 Euro ein Projekt der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), dass das Problem der Spinnmilben gezielt bekämpfen will. Der Hopfen soll widerstandsfähiger werden, um langfristig weniger Pestizide einsetzen zu müssen.</p>



<p>DBU-Generalsekretär Alexander Bonde hebt die Bedeutung dieses doppelten Ansatzes hervor: „Das sichert den Bäuerinnen und Bauern die Existenzgrundlage, sorgt zugleich aber für mehr Umweltschutz.“ Laut Statistischem Bundesamt haben deutsche Brauereien 2023 rund 7,2 Milliarden Liter alkoholhaltiges Bier hergestellt. Dazu kommen etwa 556 Millionen Liter alkoholfreies Bier. Dafür ist die Branche unter anderem auf einen Rohstoff angewiesen: Hopfen. Dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zufolge sind 2024 bundesweit rund 46.540 Tonnen Hopfen geerntet worden, ein Anstieg zum Vorjahr um rund 13 Prozent.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pestizide gefährden Artenvielfalt in Deutschland</h2>



<p>Der Kulturhopfen mit Bayern als Hauptanbaugebiet in Deutschland ist allerdings durch die sogenannte Gemeine Spinnmilbe als Schädling bedroht. Sie verursacht nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft erhebliche Qualitäts- und Ernteverluste – bis hin zum Totalausfall. Um das zu verhindern, kommt chemische Schädlingsbekämpfung zum Einsatz, darunter zum Beispiel Akarizide – also Pestizide zur speziellen Bekämpfung von Milben und Zecken. </p>



<p>Doch es gibt einen Haken, erklärt DBU-Abteilungsleiter Dr. Maximilian Hempel: „Pestizide tragen entscheidend zum Rückgang der biologischen Vielfalt bei. Letztlich gefährdet das auch die Existenz bäuerlicher Betriebe.“ Doch es gibt Auswege, wie eine seitens der DBU entwickelte bundesweite Förderinitiative zur Pestizidvermeidung gezeigt hat. Rund drei Millionen Euro Förderung durch die DBU flossen in insgesamt fast ein Dutzend Projekte. Hempel: „Motivation ist, den Schutz biologischer Vielfalt zu verstärken, ohne die Existenz von Bauernhöfen aufs Spiel zu setzen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft forscht auf 31 Hopfenanbau-Flächen</h2>



<p>Daher sucht auch die LfL nach Methoden für nachhaltigen Pflanzenschutz. Projektleiter Dr. Florian Weihrauch berichtet über eine bemerkenswerte Erkenntnis: „Hopfen-Anbauflächen, die von erheblichen Schäden durch Spinnmilben betroffen waren, hatten in den Folgejahren kaum oder gar nicht mehr mit Befall zu kämpfen – ganz ohne den Einsatz von Pestiziden.“ In dem von der DBU geförderten Projekt untersucht die LfL 31 Hopfengärten über fünf Jahre. In jedem wurde ein Teilbereich alljährlich mit Akariziden behandelt, während eine zweite Teilfläche unbehandelt blieb. </p>



<p>Ziel ist es, die Gründe für das beobachtete Phänomen zu finden und wissenschaftlich zu belegen. Das Projekt läuft bis Ende Mai 2026. Was für Weihrauch jetzt schon sicher ist: „Eine jährliche Hopfen-Behandlung mit Akariziden ist gar nicht notwendig und schädigt die Umwelt. Unsere Untersuchungen auf den Beobachtungsflächen lassen erkennen, dass selbst bei einem reduzierten Pestizideinsatz in vielen Jahren keine Ernteausfälle drohen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Wie eine Impfung bei Menschen“</h2>



<p>Weitere Forschungsergebnisse erhofft sich Weihrauch noch aus einer anderen Erkenntnis: Nach einem starken Befall mit Spinnmilben verändern sich nach seinen Worten mehrere Faktoren bei der Hopfenpflanze. Der Projektleiter: „Unter anderem produziert sie vermehrt sogenannte Methyl-Salicylsäure, die dazu beiträgt, einen erneuten Schädlingsbefall deutlich unwahrscheinlicher zu machen. Bis zum Projektende wollen wir die Gründe noch eingehender untersuchen.“ </p>



<p>Für Weihrauch steht fest: „Hopfen bildet eine natürliche Resistenz gegen die Spinnmilben aus. Das tritt zwar auch bei anderen Pflanzen wie Baumwolle, Sojabohnen oder Zitrusfrüchten auf, doch solch ein Schutz gegen einen beißenden Schädling ist selten.“ Dieses Phänomen wollen die LfL-Forschenden folglich für eine ökologischere und umweltschonendere Landwirtschaft nutzen. „Stark vereinfacht kann man es sich vorstellen wie eine Impfung bei Menschen“, so Weihrauch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Landwirte und Umwelt profitieren</h2>



<p>Wenn Hopfenpflanzen auf natürliche Weise gegen Schädlinge abgehärtet oder zumindest weniger Akarizide verwendet werden müssen, hätte das laut Weihrauch mehrere positive Effekte: „Zum einen eine erhebliche Kostenersparnis. Denn der Einsatz der Chemikalien schlägt im Schnitt pro Hektar und pro Anwendung mit 300 bis 400 Euro zu Buche. Zum anderen besserer Umwelt- und Naturschutz, weil Akarizide – einmal in die Umwelt gelangt – der Tier- und Pflanzenwelt schaden können.“ Wenn natürlicher Schutz Ernteausfälle ebenso gut verhindere wie chemische Schädlingsbekämpfung, würden alle Beteiligten profitieren. Weihrauch: „Die Nutzung der natürlichen Resistenz gegen Schädlinge ist eine wichtige Etappe auf dem Weg hin zu einem nachhaltigen Pflanzenschutz.“</p>



<p><em>Foto- und Textquelle: Pressemitteilung der DBU vom 22.04.25</em></p>
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		<title>Spuren von 10.000 Jahre altem Reisbier in neolithischer Stätte in Ostchina entdeckt</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/spuren-von-10-000-jahre-altem-reisbier-in-neolithischer-staette-in-ostchina-entdeckt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bier &#38; Brauhaus Team]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jan 2025 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Verkostung & Geschichte(n)]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einer gemeinsamen Studie wurden an der Shangshan-Stätte in der chinesischen Provinz Zhejiang Belege für Reisbier aus einer Zeit vor etwa 10 000 Jahren entdeckt, die neue Einblicke in die Ursprünge des Brauens alkoholischer Getränke in Ostasien ermöglichen. Diese Entdeckung unterstreicht den Zusammenhang zwischen der Reisfermentation in Shangshan und dem kulturellen und ökologischen Kontext der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>In einer gemeinsamen Studie wurden an der Shangshan-Stätte in der chinesischen Provinz Zhejiang Belege für Reisbier aus einer Zeit vor etwa 10 000 Jahren entdeckt, die neue Einblicke in die Ursprünge des Brauens alkoholischer Getränke in Ostasien ermöglichen.</p>



<p>Diese Entdeckung unterstreicht den Zusammenhang zwischen der Reisfermentation in Shangshan und dem kulturellen und ökologischen Kontext der Region sowie der breiteren Entwicklung der frühen Reislandwirtschaft und der sozialen Strukturen.</p>



<p>Die Studie wurde gemeinsam von Forschern der Stanford University, des Instituts für Geologie und Geophysik (IGG) der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und des Instituts für Kulturgüter und Archäologie der Provinz Zhejiang (ICRA) in China durchgeführt. Die Studie wurde in der neuesten Ausgabe der&nbsp;<em>Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS</em>&nbsp;) am 9. Dezember veröffentlicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Frühe Herstellung von alkoholischen Getränken aufgedeckt</h2>



<p>Das Forscherteam analysierte zwölf Keramikscherben aus der frühen Phase der Shangshan-Stätte im Kreis Pujiang in der Provinz Zhejiang (10.000-9000 BP). &#8222;Diese Scherben wurden mit verschiedenen Gefäßtypen in Verbindung gebracht, darunter solche für die Gärung, das Servieren, die Lagerung, das Kochen und die Verarbeitung&#8220;, so Prof. Jiang Leping vom ICRA. Die Forscher extrahierten und analysierten Mikrofossilien von den Innenflächen der Keramik sowie vom Ton und den Sedimenten der umgebenden Kulturschicht.</p>



<p>&#8222;Wir haben uns auf die Identifizierung von Phytolithen, Stärkekörnchen und Pilzen, die Aufschluss über die Verwendung der Töpferwaren und die an diesem Ort angewandten Lebensmittelverarbeitungsmethoden geben konzentriert&#8220;, so Prof. Liu Li von der Stanford University, Erstautor der Studie und Mitautor.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reis als Grundnahrungsmittel</h2>



<p>Die Analyse der Phytolithen ergab ein signifikantes Vorkommen von Phytolithen von domestiziertem Reis in den Rückständen und der Tonerde. &#8222;Diese Beweise zeigen, dass Reis ein Grundnahrungsmittel für das Shangshan-Volk war&#8220;, sagte Prof. Zhang Jianping vom IGG, ebenfalls ein Mitautor der Studie.</p>



<p>Es wurde auch nachgewiesen, dass Reishülsen und -blätter für die Herstellung von Töpferwaren verwendet wurden, was ein weiterer Beleg für die wichtige Rolle von Reis in der Shangshan-Kultur ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hinweise für Fermentierung</h2>



<p>Das Team fand außerdem eine Vielzahl von Stärkekörnern in den Töpferresten, darunter Reis, Hiobstränen, Scheunengras, Triticeae, Eicheln und Lilien. Viele der Stärkekörnchen wiesen Anzeichen von enzymatischem Abbau und Verkleisterung auf, die für Fermentationsprozesse charakteristisch sind.</p>



<p>Darüber hinaus wurden bei der Untersuchung zahlreiche Pilzelemente gefunden, darunter&nbsp;<em>Monascus-Schimmelpilze</em>&nbsp;und Hefezellen, von denen einige die für die Fermentation typischen Entwicklungsstadien aufwiesen. Diese Pilze stehen in engem Zusammenhang mit Vorspeisen&nbsp;<em>,</em>&nbsp;die bei traditionellen Brauereimethoden verwendet werden, wie z. B. bei der Herstellung von&nbsp;<em>Hongqujiu</em>&nbsp;(roter Hefereiswein) in China.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kugelförmige Krüge für Alkoholgärung</h2>



<p>Das Forschungsteam analysierte die Verteilung von&nbsp;<em>Monascus-</em>&nbsp;und Heferesten in verschiedenen Gefäßtypen und stellte höhere Konzentrationen in kugelförmigen Krügen im Vergleich zu einem Kochtopf und einem Verarbeitungsbecken fest. Diese Verteilung deutet darauf hin, dass die Gefäßtypen eng mit bestimmten Funktionen verbunden waren, wobei die kugelförmigen Gefäße speziell für die Alkoholgärung hergestellt wurden.</p>



<p>Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Shangshan-Volk in den frühen Phasen der Reisdomestikation ein breites Spektrum an Subsistenzstrategien anwandte und Keramikgefäße, insbesondere kugelförmige Krüge, zur Herstellung von alkoholischen Getränken auf Reisbasis verwendete.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verknüpfung von Technologie, Landwirtschaft und Klima</h2>



<p>Das Aufkommen dieser Brautechnologie in der frühen Shangshan-Kultur war eng mit der Domestizierung von Reis und dem warmen, feuchten Klima des frühen Holozäns verbunden. &#8222;Domestizierter Reis lieferte eine stabile Ressource für die Fermentation, während günstige klimatische Bedingungen die Entwicklung der <em>qu-basierten</em> Fermentationstechnologie förderten, die auf dem Wachstum von Fadenpilzen beruhte&#8220;, sagte Prof. Liu.</p>



<p>Um eine mögliche Kontamination durch den Boden auszuschließen, untersuchten die Forscher Sedimentkontrollproben, die deutlich weniger Stärke- und Pilzreste enthielten als die Keramikreste.</p>



<p>Dieser Befund untermauert die Schlussfolgerung, dass die Rückstände in direktem Zusammenhang mit Fermentationsaktivitäten standen. Moderne Fermentationsversuche mit Reis,&nbsp;<em>Monascus</em>&nbsp;und Hefe bestätigten die Ergebnisse, indem sie eine morphologische Übereinstimmung mit den auf Shangshan-Keramik gefundenen Pilzresten zeigten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Alkoholgenuss bei zeremoniellen Festen</h2>



<p>&#8222;Diese alkoholischen Getränke spielten wahrscheinlich eine zentrale Rolle bei zeremoniellen Festen, was ihre rituelle Bedeutung als mögliche treibende Kraft hinter der verstärkten Nutzung und dem weit verbreiteten Anbau von Reis im neolithischen China unterstreicht&#8220;, so Prof. Liu.</p>



<p>Die Belege für die Fermentierung von Reisalkohol in Shangshan stellen das früheste bekannte Vorkommen dieser Technologie in Ostasien dar und bieten neue Einblicke in das komplexe Zusammenspiel zwischen der Domestizierung von Reis, der Herstellung von alkoholischen Getränken und der sozialen Bildung während des frühen Holozäns in China. Die Forschung wurde vom Min Kwaan Chinese Archaeology Program der Stanford University und der National Natural Science Foundation of China unterstützt.</p>



<p><em>Text- und Bildquelle: https://www.yumda.com/en/news/1185101/traces-of-10-000-year-old-ancient-rice-beer-discovered-in-neolithic-site-in-eastern-china.html</em></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bier – ein Jahrtausende altes Kultgetränk</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/bier-ein-jahrtausende-altes-kultgetraenk/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bier &#38; Brauhaus Team]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Aug 2024 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrabungen]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Prähistorisch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon früh genossen Menschen Alkohol. Wann sie genau Bier gebraut haben, ist allerdings nicht eindeutig geklärt. Doch als mit dem Übergang zur bäuerlichen Lebensweise Getreide kultiviert und gezielt angebaut wurde, war es in großer Menge auch für die Bierherstellung verfügbar. So liefern neuere archäologisch-naturwissenschaftliche Untersuchungen entsprechende Hinweise darauf, dass bereits in den ältesten Pfahlbausiedlungen am [&#8230;]</p>
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<p>Schon früh genossen Menschen Alkohol. Wann sie genau Bier gebraut haben, ist allerdings nicht eindeutig geklärt. Doch als mit dem Übergang zur bäuerlichen Lebensweise Getreide kultiviert und gezielt angebaut wurde, war es in großer Menge auch für die Bierherstellung verfügbar. So liefern neuere archäologisch-naturwissenschaftliche Untersuchungen entsprechende Hinweise darauf, dass bereits in den ältesten Pfahlbausiedlungen am Bodensee und in der Schweiz aus Gerstenmalz, Emmer und Brot ein einfaches, milchsäuerlich-spritziges Bier gebraut wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unverzichtbar für Jedermann</h2>



<p>Doch nicht nur in Europa war Bier damals ein beliebtes Getränk: Fast zeitgleich findet sich in Hierakonpolis (um 3760 v. Chr.) am Nil die erste Großbrauerei. Dort gehörte das leicht alkoholische Bier zu den wichtigen Lebensmitteln, mit denen sogar Arbeiter entlohnt, den Göttern gehuldigt und Kranke therapiert wurden. Denn im Gegensatz zu manchem Wasser war es frei von krankmachenden Keimen und versorgte die Menschen mit wertvollen Nährstoffen. Die Herstellung dieses früher leicht verderblichen Trankes wurde in hunderten von Reliefs, Holzmodellen und Steinplastiken verewigt.</p>



<p>In Mesopotamien bezeugen alte Schriften wie der „Codex Hammurabi“, dass Bierbrauen Frauensache war. Das Bier verkauften einige von ihnen in ihren eigenen Schankwirtschaften. Gleichzeitig belegen archäologische Ausgrabungen, dass ebenso im häuslichen Umfeld gebraut wurde: Im syrischen „Tall Bazi“ (um 1300 v. Chr) fanden sich in den Häusern nahe dem Herd regelmäßig auch Braugefäße, die darauf deuten, dass hier nicht nur gekocht, sondern auch Bier gebraut wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Alkohol fürs Prestige</h2>



<p>Rund 800 Jahre später gibt es auch in Europa Hinweise auf Biergenuss, und dies sogar in fast industriellem Ausmaß: in einer Siedlung im Umfeld des Fürstengrabes von Eberdingen-Hochdorf (Enzkreis) fand man Darren, wo großen Mengen Gerstenmalz über dem offenen Feuer gedarrt wurden. Die Menge des hier produzierten Malzes war ausreichend, um damit rund 1000 Liter Bier bei einem Alkoholgehalt von 5% herzustellen. Vermutlich tischten die regionalen Fürsten bei Festgelagen und Feierlichkeiten nicht nur Wein und Met auf, sondern servierten auch Bier und mit Bier und Honig versetzte alkoholische Mischgetränke.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Risiken gering halten</h2>



<p>An anderen Orten brauten Kelten eher für den Hausgebrauch: in der Heuneburg, einer keltischen Metropole im heutigen Oberschwaben, fanden sich Darraufsätze, die von der Größe zu Kesseln aus Gräbern im Umfeld passten. Vermutlich wurden kleinere Malzdarren verwendet, um das Risiko eines Brandes in der engen Siedlung möglichst gering zu halten.</p>



<p>Egal, ob für den Hausgebrauch oder ein riesiges Fest: das keltische Bier wies eine große Vielfalt auf und unterschied sich in vielerlei Hinsicht von unseren heutigen Sorten. Durch das Malz, das über offenem Feuer getrocknet wurde erhielt es eine leicht rauchige Note. Da Hopfen damals noch nicht bekannt war, verwendete man stattdessen vor allem Mädesüß, aber auch Minze, Beifuß und Thymian, ebenso Honig. Mit dem Erwärmen der Maische und der Würze durch Kochsteine kam zudem ein leichter Karamellgeschmack hinzu. Ebenfalls muss man von einer Spontangärung durch obergärige Hefen ausgehen, die den Zucker in Alkohol umwandelten. Gleichzeitig wurde eine Milchsäuregärung gestartet, die jedoch die Bekömmlichkeit und Haltbarkeit des Bieres gefördert hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mädesüß und Minze als Würze</h2>



<p>Im Federseemuseum kann man seit neuestem ein „Braggot“ erhalten, das gewürzt mit Mädesüß und Minze den keltischen Pendants sicherlich sehr nahekommt. Im Zuge der Sonderausstellung hat Brauer Frank Bittner von der „Mikrobrauerei Gigelberg“ dieses Getränk auf Grundlage von Pollenanalysen eines Bronzekessels aus einem Kriegergrab nahe der Heuneburg, kreiert.</p>



<p><strong>Passend zu der aktuellen Sonderausstellung kann an folgenden</strong> <strong>Thementagen Bierkultur erlebt werden:</strong></p>



<p><strong>15.08.-18.08.,Archäologie im Experiment – vom Bier zur Topfkruste:</strong> Jessi Berndt setzt ihre Versuchsreihe fort, in der sie versucht zu verstehen, wie die steinzeitlichen Topfkrusten entstanden.</p>



<p>&nbsp;<strong>01.09.,</strong> <strong>Männerglück, Schornsteinfegerle und Highländerle &#8211; die Sortenvielfalt von Speidel&#8217;s BrauManufaktur</strong>: Speidel&#8217;s BrauManufaktur gibt einen Einblick in die Vielfalt moderner Biere.</p>



<p><strong>19.09.,</strong> <strong>Wohl bekomm‘s. Humorvolle Bierverkostung der Schussenrieder Brauerei Ott:</strong> Jürgen Holzheu führt auf unterhaltsame Weise durch die historische Bierwelt der Schussenrieder Brauerei.&nbsp;</p>



<p><strong>22.09.,</strong> <strong>Steinbier – eine mittelalterliche Spezialität?:</strong> Michael Attinger, der Brauer des Stifts Scheuer in Kirchheim, braut vor den Augen der Besucher*innen ein mittelalterliches Steinbier.</p>



<p><strong>20.10.,</strong> <strong>Bier mit Tradition. Präsentation historischer Biere der Schussenrieder Brauerei Ott</strong>: Jürgen Holzheu stellt die Vielfalt der Schussenrieder Biere vor, die noch heute nach historischen Rezepten gebraut werden.</p>



<p><strong>Infos zum Museum:</strong></p>



<p>Direkt am oberschwäbischen Federsee gelegen, beleuchtet das Federseemuseum die frühe Kulturgeschichte von den eiszeitlichen Rentierjägern bis zu den Kelten. Während in der Dauerausstellung Objekte aus 15 000 Jahren und im Freigelände 1:1 Nachbauten von Dorfauschnitten und weiteren Rekonstruktionen den Besuchern das Leben der Menschen anschaulich näherbringen, laden wechselnde Sonderausstellungen ein, tiefer in bestimmte Themen einzutauchen.</p>
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