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	<title>Interview Archive - Magazin Bier &amp; Brauhaus</title>
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	<description>Aus Genuss wird Leidenschaft</description>
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		<title>Interview mit den neuen Hobbybraumeistern</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/interview-groener-bagalut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Falk Osterloh]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Sep 2019 08:12:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauhandwerk & Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Festivals]]></category>
		<category><![CDATA[Gröner Bagalut]]></category>
		<category><![CDATA[Hobbybraumeister]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Kohrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interview. Gröner Bagalut Am Wochenende wurde in Stralsund bei der Störtebeker Braumanufaktur zum dritten Mal die Meisterschaft der Deutschen Hobbybrauer ausgetragen. 150 Hobbybrauer sind dafür teils durch die ganze Republik gefahren, um sich mit ihrem Brut IPA einer Fachjury zu stellen. Gewonnen haben am Ende die Hobbybrauer von Gröner Bagalut (was so viel heißt wie [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Interview. Gröner Bagalut</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am Wochenende wurde in Stralsund bei der Störtebeker Braumanufaktur zum dritten Mal die Meisterschaft der Deutschen Hobbybrauer ausgetragen. 150 Hobbybrauer sind dafür teils durch die ganze Republik gefahren, um sich mit ihrem Brut IPA einer Fachjury zu stellen. Gewonnen haben am Ende die Hobbybrauer von <em>Gröner Bagalut</em> (was so viel heißt wie <em>Grüner Bandit</em>) aus dem schleswig-holsteinischen Oersdorf. In <em>B&amp;B</em> erzählen sie, wie sie das geschafft haben. </strong></p>



<h5 class="wp-block-heading">B&amp;B: Bitte stellt euch einmal kurz vor.</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Gröner Bagalut: Wir heißen Markus Kohrt, Sarah Moor und Sebastian Winter. Wir wohnen in Oersdorf in Schleswig-Holstein, das liegt nördlich von Hamburg. Und wir arbeiten als Pilot, als Ingenieur und in der Krankenpflege.</p>



<h5 class="wp-block-heading">B&amp;B: Wie lange seit ihr schon Hobbybrauer?</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Gröner Bagalut: Markus und Sarah haben 2010 angefangen, damals auch noch zusammen mit ein paar anderen Leute. Seit 2014 ist Sebastian dabei.</p>



<h5 class="wp-block-heading">B&amp;B: Weshalb habt ihr mit dem Hobbybrauen begonnen?</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Gröner Bagalut: Wir haben immer schon gerne Bier getrunken – auch, wenn wir lange Zeit nicht viel mehr als das übliche Einheitspils kannten. Einer unserer Gründungsmitglieder, der jetzt aber nicht mehr mit dabei ist, hatte bei einem Dorffest am Biertresen – wo auch sonst? – die Idee, dass wir es bestimmt auch selbst hinbekommen, Bier zu brauen. So haben wir uns, etwas leichtfertig, dazu entschlossen – ohne ganz zu ahnen, wie viel praktisches und theoretisches Wissen man sich aneignen muss, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">B&amp;B: Wie sieht euer Vereinsleben aus?</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Gröner Bagalut: Wir sind kein Verein im eigentlichen Sinne, sondern drei Freunde, die sich schon sehr lange kennen. Wir treffen uns auch einfach so und zu anderen Aktivitäten, zum Beispiel zum Sport. Mit der Zeit hat aber das Brauen und Verkosten von Bier einen größeren Raum in unserem Verhältnis eingenommen. So unternehmen wir gerne Wochenendtouren zu Bierfestivals im In- und Ausland.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="845" height="563" src="https://bier-und-brauhaus.de/wp-content/uploads/2019/09/Deutsche-Meisterschaft-der-Hobbybrauer.jpg" alt="" class="wp-image-5935" srcset="https://bier-und-brauhaus.de/wp-content/uploads/2019/09/Deutsche-Meisterschaft-der-Hobbybrauer.jpg 845w, https://bier-und-brauhaus.de/wp-content/uploads/2019/09/Deutsche-Meisterschaft-der-Hobbybrauer-300x200.jpg 300w, https://bier-und-brauhaus.de/wp-content/uploads/2019/09/Deutsche-Meisterschaft-der-Hobbybrauer-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 845px) 100vw, 845px" /><figcaption>© Störtebeker Braumanufaktur</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Am Samstag schenkten die Hobbybrauer ihr Bier den Festivalbesuchern aus</em></p>



<h5 class="wp-block-heading">B&amp;B: Warum habt ihr an der Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer teilgenommen?</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Gröner Bagalut: Seit ein paar Jahren haben wir das Gefühl, dass unsere Biere sich durchaus mit anderen messen können und auch den Ehrgeiz, das einmal auszuprobieren. Lange gab es aber aus unserer Sicht keine wirklich attraktiven Veranstaltungen dieser Art im Hobbybrauerbereich in Deutschland. Als Störtebeker 2017 die Deutsche Meisterschaft ins Leben gerufen hat, waren wir also sofort Feuer und Flamme. Vor allem beim Publikumsausschank kamen unsere <em>Cherry &amp; Sour</em>-Kirschweisse 2017 und das <em>Treehugger</em>-Tannenale 2018 sehr gut an, Letzteres landete auf dem dritten Platz. Auch dieses Jahr hat es neben dem Sieg beim Jurywettbewerb mit einem etwas geänderten <em>Cherry &amp; Sour</em> zum dritten Rang beim Publikumspreis gereicht.</p>



<h5 class="wp-block-heading">B&amp;B: Ihr Hobbybrauer konntet euch ja den Stil für dieses Jahr selbst aussuchen. Neben dem Brut IPA standen zum Beispiel ein Weizenbock oder ein Märzen zur Auswahl. Für welchen Stil habt ihr gestimmt?</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Gröner Bagalut: Wir haben die Vorschläge natürlich diskutiert, sind uns aber überhaupt nicht einig geworden. Am Ende hat Sebastian als einziger von uns dreien für das Brut IPA gestimmt. Hat er gut gemacht.</p>



<h5 class="wp-block-heading">B&amp;B: Hattet ihr vorher schon von dem Stil gehört?</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Gröner Bagalut: Wir kannten ihn noch nicht wirklich lange. Sarah und Markus hatten aber schon zwei, drei Exemplare auf der Beavertown Extravaganza in London 2018 getrunken. Und Sebastian war in den USA schon auf das eine oder andere Beispiel gestoßen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">B&amp;B: Bei dem Brut IPA ist ja vorgesehen, das Enzym Amyloglucosidase während des Brauvorgangs zuzugeben, das ansonsten nicht vergärbare Zuckermoleküle aufspaltet, sodass man einen Endvergärungsgrad von 100 Prozent erreichen kann. Wie habt ihr euch diesem Stil genähert?</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Gröner Bagalut: Da kaum Biere dieses Stils in Deutschland gut erhältlich waren, haben wir vor allem gelesen, was das Internet so an US-amerikanischen Quellen hergibt – beginnend mit einem Interview mit dem mutmaßlichen Erfinder des Stils, Kim Sturdavant von der Social Kitchen und Brewery aus San Francisco. Insbesondere das Thema Enzymzusatz war uns bis dahin natürlich eher fremd. Danach gab es dann im Frühjahr einen Testsud, den wir mit zwei unterschiedlichen Hopfenkombinationen gebraut haben. Beide Varianten waren vom Vergärgrad und aromatisch schon recht überzeugend, wie uns auch viele Verkoster des frischen Bieres bestätigt haben. Allerdings mussten wir nach einigen Wochen Lagerung ein massives Oxidationsproblem feststellen: Das Bier lief beim Einschenken nicht mehr hellgelb, sondern rosa oder sogar Spezi-braun ins Glas. Da galt es also gegenanzuarbeiten, wollten wir das Bier ernsthaft zu einem Wettbewerb mitbringen. Also haben wir zum Thema Oxidationsvermeidung recherchiert. Das <em>hobbybrauer.de</em>-Forum war dabei eine große Hilfe. Wir haben dann in jeder Phase des Brauprozesses alles getan, um unnötigen Sauerstoffeintrag zu vermeiden. Dafür haben wir extra neues Abfüllzubehör angeschafft: die Blichmann Beergun. Der zweite Punkt ist sicherlich die Frische. Jedes IPA sollte möglichst frisch getrunken werden, beim Brut gilt das vielleicht noch mehr. Also haben wir den Brautag für das Wettbewerbsbier entsprechend terminiert und das Bier schließlich erst am 26. August abgefüllt.</p>



<h5 class="wp-block-heading">B&amp;B: Wie geht es jetzt weiter mit euch?</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Gröner Bagalut: Ganz ehrlich: Wir wissen es nicht und warten erstmal ab, ob und was an Kontaktanfragen so kommt. Wir denken aber, dass das Ganze ein (wunderbares) Hobby bleiben wird. Lose angedacht haben wir einen Kollaborationsud mit unserem Vorgänger als Deutscher Meister, Markus Krenkler. Wir freuen uns jedenfalls unglaublich auf die gemeinsame Rezeptumsetzung mit der Störtebeker Braumanufaktur und den Brautag dort auf der großen Anlage. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle nochmal an Jens Reineke von Störtebeker und sein Team, die auch unabhängig vom Titelgewinn eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt haben.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Die Fragen stellte Falk Osterloh.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Neues von And Union</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/interview-henning-madea/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Falk Osterloh]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jul 2019 12:30:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bierkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Ad Union]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Henning Madea]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[sunday]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interview. Henning Madea And Union hat mittlerweile einen langen Weg hinter sich gebracht. Begonnen hat es 2007 mit Bieren, die unter anderem in Bayern gebraut und die hauptsächlich in Südafrika verkauft wurden. Erst acht Jahre später kamen die Biere in den bunten Dosen auch in Deutschland auf den Markt. Mittlerweile hat der frühere Jägermeister-Manager Henning [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Interview. Henning Madea</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>And Union hat mittlerweile einen langen Weg hinter sich gebracht. Begonnen hat es 2007 mit Bieren, die unter anderem in Bayern gebraut und die hauptsächlich in Südafrika verkauft wurden. Erst acht Jahre später kamen die Biere in den bunten Dosen auch in Deutschland auf den Markt. Mittlerweile hat der frühere Jägermeister-Manager Henning Madea (42) Ende letzten Jahres die Geschäftsführung von And Union übernommen. In B&amp;B erzählt er, wie es mit der Marke weitergeht. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Henning, bitte skizziere kurz die Geschichte von And Union.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Henning:</strong> And Union gibt es seit 2007. Damals haben wir unser Bier bei belgischen und deutschen Brauereien brauen lassen und es dann zunächst in Südafrika, später auch in Großbritannien, China und Deutschland vertrieben. Die Rezepte haben wir dabei zusammen mit den Brauereien entwickelt. Bis heute arbeiten wir in Bayern mit vier familiengeführten Traditionsbrauereien zusammen. Teams haben wir in München, London und Kapstadt. Zurzeit haben wir fünf Stile im Programm: ein helles Lager, ein dunkles Lager, ein helles Weißbier, ein Pale Ale und ein India Pale Ale. Alle Biere sind unfiltriert und nach den Vorgaben des Vorläufigen Biergesetzes gebraut. Wir sind ein kleines, internationales Team von etwa zehn Mitarbeitern. Unsere Biere vertreiben wir zurzeit in 14 Ländern. Unser größter Absatzmarkt ist England.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Welche Pläne hast du für die Zukunft von And Union?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Henning:</strong> Wir wollen And Union zu einer internationalen Lifestylemarke ausbauen. Aktuell optimieren wir unsere Prozesse sowie unsere Vermarktungs- und Aktivierungskonzepte und bauen ein professionelles Team auf. Wir werden sicherlich einen Hauptfokus auf die Märkte England und Deutschland haben, aber auch darüber hinaus weitere Länder auf- und ausbauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>­And Union Sunday</em></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="845" height="563" src="https://bier-und-brauhaus.de/wp-content/uploads/2019/07/Sunday.jpg" alt="" class="wp-image-5524" srcset="https://bier-und-brauhaus.de/wp-content/uploads/2019/07/Sunday.jpg 845w, https://bier-und-brauhaus.de/wp-content/uploads/2019/07/Sunday-300x200.jpg 300w, https://bier-und-brauhaus.de/wp-content/uploads/2019/07/Sunday-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 845px) 100vw, 845px" /><figcaption>© And Union</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Wie bewertest du die aktuellen Entwicklungen in der deutschen Bierkultur?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Henning:</strong> Der deutsche Markt ist extrem schwierig. Die Preissensibilität der Deutschen ist bekannterweise sehr hoch. Craftbiere kosten in der Regel das Drei- bis Vierfache von anderen Bieren. Dafür bieten Craftbiere allerdings auch eine höhere Komplexität in punkto Geschmack. Viele Craftbierhersteller sind allerdings in das Extrem gegangen und stellen geschmacklich sehr herausfordernde Biere her, an die der Konsument bis jetzt noch nicht gewöhnt ist. Ich bin überzeugt, dass man den Konsumenten abholen muss. Unsere Biere schlagen deshalb eine geschmackliche Brücke zwischen den klassischen deutschen Stilen und sehr komplexen Craftbieren: leicht trinkbar, aber doch ein echtes Geschmackserlebnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Und zum Schluss: Bitte erzähle ein wenig von dir. Woher kommst du, was hast du bislang gemacht und wie kam es dazu, dass du jetzt bei And Union arbeitest?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Henning:</strong> Ich habe zunächst eine kaufmännische Ausbildung in Hamburg gemacht und danach ein Studium in England, den Niederlanden und China in den Bereichen Marketing und strategisches Management absolviert. Begleitend zum Studium habe ich drei Jahre bei einer international tätigen Unternehmensberatung im Bereich Mergers &amp; Acquisition gearbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen elf Jahren habe ich bei Jägermeister in unterschiedlichen Funktionen gearbeitet, unter anderem als Head of Business Development &amp; Corporate Strategy und Head of Global Brand &amp; Portfolio Management. Die Zeit bei Jägermeister war sehr schön. Ich habe viel aufbauen und bewegen können. Doch jetzt war es für mich an der Zeit für etwas Neues. Dabei war mir wichtig, eine spannende Herausforderung zu finden und Gestaltungs- und Entscheidungskompetenzen zu erhalten. Bei And Union hat das gepasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Persönlich bin ich ein absoluter Foodie, ich koche gerne, habe eine Sensorikausbildung gemacht und liebe Kaffee. Zudem interessiere ich mich für Design und Architektur.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Die Fragen stellte Falk Osterloh.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gustavo Tresselt. Schönbuch Braumanufaktur</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/schoenbuch-braumanufaktur-gustavo-tresselt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Falk Osterloh]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Apr 2019 20:20:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauhandwerk & Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Braumanufaktur]]></category>
		<category><![CDATA[Gustavo]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Schönbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Tresselt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon als Kind war Gustavo Tresselt oft in der Brauerei unterwegs. Denn sein Vater arbeitete bei der Polar Brauerei in Venezuela. Im Gespräch mit B&#38;B erzählt er, wie es dazu kam, dass er heute in Böblingen braut, und woran er sich in der deutschen Bierkultur erst gewöhnen musste.     </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bier-und-brauhaus.de/schoenbuch-braumanufaktur-gustavo-tresselt/">Gustavo Tresselt. Schönbuch Braumanufaktur</a> erschien zuerst auf <a href="https://bier-und-brauhaus.de">Magazin Bier &amp; Brauhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Braumeister mit venezolanischen Wurzeln</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Braumeister sind die heimlichen Stars der Branche. Gerade die Brauer mittelständischer Brauereien arbeiten häufig weitgehend im Verborgenen – obwohl sie oft eine herausragende Arbeit leisten. B&amp;B stellt einige von ihnen vor, in diesem Newsletter Gustavo Tresselt von der Schönbuch Braumanufaktur im baden-württembergischen Böblingen. </strong></p>



<h5 class="wp-block-heading">B&amp;B: Bitte erzähle ein wenig über dich. Woher stammst du? Wo hast du deine Ausbildung gemacht?</h5>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gustavo:</strong> Geboren bin ich in Venezuela. Von 1999 bis 2002 habe ich meine Lehre zum Brauer und Mälzer in der Schönbuch Braumanufaktur gemacht. Von 2002 bis 2005 habe ich dann an der VLB in Berlin mein Studium zum Diplom-Braumeister absolviert. Danach bin ich nach Böblingen zurückgekehrt und habe zunächst als Leiter der Qualitätssicherung in der Schönbuch Braumanufaktur gearbeitet und dann seit 2005 als Braumeister und Technischer Leiter. Ich bin 37 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei tollen Töchtern. Zu meinen Hobbys gehören das Restaurieren von Oldtimern und das Reisen mit ihnen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>B&amp;B:</strong> Warum hast du dich dazu entschlossen, als Brauer zu arbeiten?</h5>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gustavo:</strong> Mein Vater war Technischer Direktor bei der Polar Brauerei in Venezuela. Schon damals war ich oft an seiner Seite in der Brauerei unterwegs und wusste, dass ich auch einmal Braumeister werden möchte. Ich mag den Umgang mit natürlichen Rohstoffen höchster Qualität, den spannenden Brauprozess und die große Vielfältigkeit, die man mit nur wenigen Zutaten erreichen kann.</p>



<h5 class="wp-block-heading">B&amp;B: Bitte erzähle ein wenig über die Schönbuch Braumanufaktur.</h5>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gustavo:</strong> Früher gab es in Böblingen viele Brauerei. Anfang des 20. Jahrhunderts mussten alle schließen – außer der Schönbuch Braumanufaktur. Sie wurde 1823 als Brauerei Dinkelacker Böblingen von Stadtrat und Biersieder Carl Gottfried Dinkelacker gegründet. 1860 übernahmen seine Söhne Carl Christian und Wilhelm den Betrieb. Nach Unstimmigkeiten über die Entwicklung der Brauerei ging Carl Christian 1873 nach Stuttgart und gründete dort die Brauerei Dinkelacker, die es ja ebenfalls heute noch gibt. Um Verwechslungen zu vermeiden, strichen die Dinkelackers in Böblingen das c aus ihrem Namen. 1906 wurde die Brauerei in Schönbuch Bräu umbenannt. 2010 erfolgte dann die Umbenennung in Schönbuch Braumanufaktur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Brauerei wird heute von Werner Dinkelaker und Götz Habisreitlinger, dessen Mutter eine geborene Dinkelaker war, geleitet. Insofern befindet sich die Brauerei heute in sechster Generation in Familienbesitz. Und Werners Sohn Lukas studiert gerade, wie schon sei Vater, sein Großvater und sein Urgroßvater vor ihm, Brauwesen in Weihenstephan. Das Unternehmen ist eine regionale mittelständische Brauerei, die zudem drei Brauhäuser betreibt: eines in Böblingen, eines in Calw und eines in Stuttgart-City. Wir haben ein Sortiment von 15 Biersorten, darunter auch den saisonal erhältlichen Weizenbock.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>B&amp;B:</strong> Wie kam es dazu, dass du nach Deutschland gekommen bist und in der Schönbuch Braumanufaktur deine Ausbildung gemacht hast?</h5>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gustavo:</strong> Nachdem ich mein Abitur im Juni 1999 in Venezuela gemacht habe, kam die große Frage, wo ich meine Ausbildung zum Brauer machen sollte. Direkt bei der Polar Brauerei? In den USA? Oder in Spanien? Mein Vater meinte damals klar und deutlich, dass ich nach Deutschland gehen soll, weil dort die Braukompetenz am höchsten ist!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Werner Dinkelaker hat 1991 ein halbes Jahr in der Polar Brauerei gearbeitet. Dadurch kannten wir uns, und es hat sich die Möglichkeit ergeben, eine Lehre in der Schönbuch Braumanufaktur zu absolvieren. Bevor ich meine Ausbildung beginnen konnte, musste ich allerdings einen sechsmonatigen Deutschkurs belegen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>B&amp;B:</strong> Worin unterscheidet sich die deutsche von der venezolanischen Bierkultur?</h5>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gustavo:</strong> Als ich nach Deutschland kam, hat mich die große Biervielfalt hier begeistert. So etwas kannte ich von Zuhause nicht. Damals in den 90er-Jahren gab es in Venezuela höchstens drei verschiedene Biersorten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine große Umstellung für mich war die Trinktemperatur des Bieres in Deutschland. In Venezuela wird das Bier, bedingt durch das tropische Klima, bei knapp über 0 °C serviert – und in Deutschland meist bei 7° bis 10°C. Der Vorteil ist allerdings, dass die vielfältigen Aromen der verschiedenen Bierstile dabei viel besser zur Geltung kommen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Die Fragen stellte Falk Osterloh.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bier-und-brauhaus.de/schoenbuch-braumanufaktur-gustavo-tresselt/">Gustavo Tresselt. Schönbuch Braumanufaktur</a> erschien zuerst auf <a href="https://bier-und-brauhaus.de">Magazin Bier &amp; Brauhaus</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Interview. Gerhard Ruhmann</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/bier-fuer-das-seelenheil/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Falk Osterloh]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Sep 2017 06:51:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Speisen & Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Ruhmann]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Lindenbrauerei Unna]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhrgebiet]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhrpott]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://2022.bier-und-brauhaus.de/?p=4333</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Ruhri erklärt den Ruhrpott Wer kann einem das Ruhrgebiet, seine Menschen und ihre Liebe zum Bier besser erklären als ein Bierverrückter, der sei ganzes Leben im Ruhrgebiet verbracht hat? Eben. Deshalb haben wir einen gefragt. Gerd Ruhmann hat vor 35 Jahren seinen ersten Sud gebraut. Seither hat er in zahlreichen Brauereien im (und ja, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bier-und-brauhaus.de/bier-fuer-das-seelenheil/">Interview. Gerhard Ruhmann</a> erschien zuerst auf <a href="https://bier-und-brauhaus.de">Magazin Bier &amp; Brauhaus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Ein Ruhri erklärt den Ruhrpott</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><span class="s1"><b>Wer kann einem das Ruhrgebiet, seine Menschen und ihre Liebe zum Bier besser erklären als ein Bierverrückter, der sei ganzes Leben im Ruhrgebiet verbracht hat? Eben. Deshalb haben wir einen gefragt. Gerd Ruhmann hat vor 35 Jahren seinen ersten Sud gebraut. Seither hat er in zahlreichen Brauereien im (und ja, auch außerhalb vom) Ruhrgebiet gearbeitet. Seit 2001 gibt er Brauseminare, zum Beispiel in Hövels Hausbrauerei. Er arbeitet als Museumsführer im Brauereimuseum Dortmund, hat am „Brauhausführer Ruhrgebiet“ mitgearbeitet und ist seit 2012 verantwortlicher Brauer der Lindenbrauerei Unna. Im Herbst dieses Jahres will er eine Bierbar in Bochum eröffnen. Noch Fragen? Im Gespräch mit B&amp;B erklärt er, wie der Ruhri tickt, welche Brauereien er liebt und überhaupt, welche Bedeutung Bier für sein Seelenheil hat.</b></span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Wodurch unterscheidet sich das Ruhrgebiet von anderen Regionen Deutschlands?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Das Ruhrgebiet ist im Gegensatz zu anderen Regionen wie zum Beispiel Franken oder der Pfalz keine historisch gewachsene Region mit einer einheitlichen Struktur und Identität. Folgen wir Wikipedia, handelt es sich um ein relativ willkürliches Konglomerat von zwölf Städten und vier Landkreisen ganz unterschiedlicher Größe und Bedeutung mit mittlerweile über sieben Millionen Einwohnern. Entsprechend unterschiedlich und vielfältig sind auch die Charaktere und Gewohnheiten der Menschen, die hier leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Warum liebst du das Ruhrgebiet?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Genau diese Vielfalt macht den Pott letztendlich aus. Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, eigener Küche und Kultur haben hier über Jahrzehnte ihre Heimat gefunden und das Revier geprägt. Ich kann hier in einer Stunde drei Opernhäuser, vier Musiktheater, fünf Bühnen mit Weltgeltung, ungezählte Museen oder aber 25 Brauereien erreichen. Die Schlösserdichte pro Quadratkilometer ist größer als in Bayern oder am Rhein. Felder, Wiesen, Wälder, Seen, Bäche und Flüsse runden das Freizeitangebot ab. Nicht zu vergessen die „Straßenbahnduelle“ im Fußball zwischen BVB, Schalke 04, MSV Duisburg und dem VfL Bochum, die dann noch das Salz in der Suppe liefern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Welche Orte sollte man sich im Ruhrgebiet unbedingt anschauen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Die Route der Industriekultur, die auf ganz unterschiedlichen Themenrouten über 100 ehemalige Industriestandorte miteinander verbindet und einen guten Überblick über den Strukturwandel bietet, den das Ruhrgebiet immer noch durchlebt. Meine Favoriten sind Route 21, „Brot, Korn und Bier“, und Route 6, „Kohle, Stahl und Bier“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Was ist typisch für die Menschen, die aus dem Ruhrgebiet stammen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Der Ruhri hat häufig einen Migrationshintergrund – die Kowalskis, Koslowskis, Kalinowskis, Schikopanskis, Dzielnitzkis, die Nowaks, Pawlaks und Szymaniaks waren ja keine Eingeborenen. Der Ruhri ist bodenständig, gerade heraus und verlässlich. Das hat Geschichte! Im Pütt, unter Tage in absoluter Dunkelheit, beim ohrenbetäubenden Lärm der Abbauhämmer und Schrämmaschinen, bei unerträglicher Hitze und atemraubendem Staub, musste man sich einhundertprozentig auf den anderen verlassen können. Das Wort Kumpel kommt übrigens aus dem Polnischen und bedeutet „guter Freund“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Wenn man im Ruhrgebiet geboren ist, fühlt man sich dann eher dem Ruhrgebiet zugehörig oder der Stadt, aus der man stammt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Gegenfrage: Singt Herbert Grönemeyer „Ruhrpott, ich komm aus di-hier?“. Nö, er singt natürlich „Bochum, ich komm aus di-hier!“. Und daran werden auch die nächsten millionenschweren Imagekampagnen zum Thema City of Cities so bald nix ändern!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Welche Rolle spielt Bier für das Selbstgefühl von Menschen aus dem Ruhrgebiet?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Das Ruhrgebiet ist nun mal nicht als Weinanbaugebiet berühmt. Außerdem wussten wir lange gar nicht, wie man eine Weinpulle aufmachen soll. Denn Korkenzieher hatten wir nicht im Bestand. Für die zwei Situationen im Jahr, an denen es Wein gab, Muttertag und Weihnachten, brauchten wir auch keinen. Das haben wir mit dem Kochlöffel erledigt. Korken in die Flasche gedrückt und: Bitteschön, Mama! Außerdem ist Bier ein sehr gutes isotonisches Getränk und damit geradezu ideal bei den schweißtreibenden Arbeitsabläufen beim Kohleabbau oder am Stahlkocher. Zudem hatte fast jeder einen Verwandten, Bekannten oder Nachbarn, der auf der Brauerei arbeitete. Und die bekamen, neben Lohn und Gehalt, auch eine „steuerfreie Sachzuwendung“, also ein Deputat. In Dortmund hatten die Brauereien in den 60er-Jahren 6.800 Mitarbeiter. Noch Fragen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Gibt es eine Konkurrenz zwischen den einzelnen Brauereien und Marken des Ruhrgebiets?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Bei der Frage wird unterstellt, dass sich ein Bochumer mit einem Dortmunder Bier auseinandersetzt und umgekehrt. Warum sollte er? Frag doch mal in Dortmund-Hörde deinen Nachbarn, wann er zu letzten Mal ein Ritterbier (aus Lütgendortmund) getrunken hat. Der wird fragen: „Ritter, Ritter? Is datt nich ne Schokolade?“ Und Recht hat er! Die Verbandsoberen des Brauerbundes betonen am Tag des Bieres immer, dass Bier Heimat brauche. Wir leben das. Jeden Tag. Denn wir wissen: Bier wird durch Transport nicht besser!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Welches sind aus deiner Sicht die bedeutendsten Brauereien und Biere des Ruhrgebiets, die es heute noch gibt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Von links nach rechts: Köpi in Duisburg, Stauder in Essen, Fiege inBochum, DAB, Hövels und Bergmann in Dortmund, Lindenbier in Unna und last but really not least Vormann in Hagen-Dahl.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Welches sind aus deiner Sicht die schönsten Orte zum Biertrinken im Ruhrgebiet?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Die ungezählten Biergärten, Brauereiausschänke und, sehr typisch, „anne Bude“: an den für das Ruhrgebiet typischen Kiosken, die auf der Grundfläche einer deutschen Bahnhofstoilette ein Warensortiment mit gefühlt 4.000 Artikeln vorhalten. Und natürlich eiskaltes Bier.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Welches sind aus deiner Sicht die interessantesten Orte der Bierkultur im Ruhrgebiet?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerd:</strong> Das Brauereimuseum in Dortmund mit einer sehr interessanten multimedialen Dauerausstellung über das Brauwesen in Dortmund, das sich ja im Wesentlichen mit der Entwicklung in anderen Revier­städten deckt. Und die „BrauKultTour“ bei Fiege in Bochum. Die beinhaltet gefühlte 374 Stufen, vom tiefsten Lagerkeller zwei Ebenen unter Tage, aber mit Zwicklprobe, bis hinauf zur Zirbenstube über den Dächern der Stadt, wo man dem Himmel auf Erden sehr nahe ist – bei Fiege Pils und Currywurst (der echten, die Herbie besingt!). Da geht nix drüber!</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Die Fragen stellte Falk Osterloh.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bier-und-brauhaus.de/bier-fuer-das-seelenheil/">Interview. Gerhard Ruhmann</a> erschien zuerst auf <a href="https://bier-und-brauhaus.de">Magazin Bier &amp; Brauhaus</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Interview. Kuehn Kunz Rosen</title>
		<link>https://bier-und-brauhaus.de/interview/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Falk Osterloh]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Sep 2017 18:41:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brauhandwerk & Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Bierkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Wägner]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kuehn Kunz Rosen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://2022.bier-und-brauhaus.de/?p=4320</guid>

					<description><![CDATA[<p>Craft aus Mainz Deutschland ist voll von Frauen und Männern, die die Bierkultur in unserem Land mit neuen Ideen und viel Engagement bereichern. In B&#38;B wollen wir einige von ihnen vorstellen und versuchen, sie auch persönlich etwas besser kennenzulernen. Für diese Ausgabe haben wir mit Wendelin Quadt und Hans Wägner von Kuehn Kunz Rosen aus [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bier-und-brauhaus.de/interview/">Interview. Kuehn Kunz Rosen</a> erschien zuerst auf <a href="https://bier-und-brauhaus.de">Magazin Bier &amp; Brauhaus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Craft aus Mainz</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Deutschland ist voll von Frauen und Männern, die die Bierkultur in unserem Land mit neuen Ideen und viel Engagement bereichern. In B&amp;B wollen wir einige von ihnen vorstellen und versuchen, sie auch persönlich etwas besser kennenzulernen. Für diese Ausgabe haben wir mit Wendelin Quadt und Hans Wägner von Kuehn Kunz Rosen aus Mainz gesprochen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Wann habt ihr zum ersten Mal ein Bier probiert?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans:</strong> An das genaue Datum kann ich mich nicht mehr erinnern. Es ist schon länger her. Es war aber deutlich vor meinem 16. Lebensjahr. Ein Freund und ich haben uns Bier besorgt. Leider stellte sich heraus, dass es nur ein Leichtbier war. So blieb es ohne besondere Wirkung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Da war ich, glaube ich, 15 und durfte noch gar kein Bier trinken. Es war in einer Kneipe in meiner Heimatstadt Siegburg, da gingen alle in meinem Alter hin, und es war ein Mühlen Kölsch. Bis heute mein Lieblingskölsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Welches Bier hat dich in deinem Leben zum ersten Mal so richtig beeindruckt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans:</strong> In frühen jugendlichen Jahren war das mein erstes Gutmann Weizen, weil da noch richtig Hefe in der Flasche ist. Noch beeindruckender fand ich danach den Gutmann Weizenbock.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Das Mühlen Kölsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Was stört dich am meisten an der deutschen Bierlandschaft?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans:</strong> Dass immer noch in zu vielen Kneipen nur Pils, Weizen und alkoholfreies Bier angeboten wird und es zugleich bei Wein, Spirituosen oder Cocktails eine große Auswahl gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Ich kann gar nicht sagen, dass mich so wahnsinnig viel stört. Dass die großen Brauereikonzerne den Markt nach unten entwickelt haben in Bezug auf den Preis und die Austauschbarkeit des Geschmacks kann einen stören. Gleichzeitig eröffnet das aber ja auch Chancen für uns kleine Brauereien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Was gibt es Neues bei Kuehn Kunz Rosen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Wir sind sehr stolz und glücklich, vor Kurzem unsere eigene Brauerei in Betrieb genommen zu haben – in einer super Location direkt in Mainz. Dort können wir endlich vom Schroten bis zum Abfüllen alles unter einem Dach in eigener Regie gestalten und sind so viel flexibler. Wir freuen uns auch auf die tollen Möglichkeiten, kreative Biere auf unserer eigenen Anlage zu realisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Die Anzahl von Craftbrauereien in Deutschland wächst beinahe täglich. Der Marktanteil von Craftbieren wächst hingegen nur langsam. Spürt ihr einen zunehmenden Konkurrenzdruck?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Da ist schon einiges los im Markt. Es gibt neue Start-Ups, und auch etablierte Brauereien drängen mit neuen Sorten in das Segment. Der Markt auf der Distributionsseite, in der Gastronomie und auch bei den Verbrauchern, hängt da teilweise hinten dran. Einige Große drücken auf die Preise. Ein Selbstläufer ist das Bestehen in diesem Umfeld aus unserer Sicht nicht. Dennoch gibt es ein sehr offenes Verhältnis unter den neuen Craftbrauern. Die Konkurrenz sind doch eher die großen Industriebrauereien, von denen wir Hektoliter gewinnen können, allerdings nur in homöopathischen Mengen verglichen mit deren Gesamtausstoß. Und es gilt natürlich, Menschen zurück zum Bier zu gewinnen, also insgesamt den Markt wieder nach oben zu bringen. Und da ziehen wir alle am gleichen Strang.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Wie wollt ihr es schaffen, angesichts der größer werdenden Konkurrenz zu bestehen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Die eigene Brauerei ist ein ganz wichtiger Baustein dafür. Damit können wir die drei wesentlichen Erfolgsfaktoren direkt und eigenständig beeinflussen: Qualität der Biere, Flexibilität und Vielfalt und schließlich die Wirtschaftlichkeit. Dazu kommt eine Stärkung der regionalen Präsenz und Sichtbarkeit über die eigene Brauerei in Mainz und unseren Schankraum, in dem wir im Übrigen nicht nur unsere Biere ausschenken werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Wie ist die Qualität deutscher Craftbiere?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Es gibt Gutes, Mittelmaß und Schlechtes, sowohl von neuen Start-Ups als auch von den Etablierten. Das Gute ist, dass der Markt mit zunehmender Reife eine Auslese herbeiführen wird. Insgesamt wird das Niveau besser werden. Das ist gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Wie sieht heute ein typischer Arbeitstag von euch aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Der ist sehr abwechslungsreich, und nie gleicht ein Tag dem anderen. Im Schwerpunkt kümmere ich mich um die kaufmännischen Belange, den Vertrieb und auch um das Vorankommen beim Bau unserer neuen Brauerei und unseres Schankraums.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans:</strong> Ich kümmere mich schwerpunktmäßig um das Brauen unserer Biere. Früh nach einem Kaffee werden je nach Priorität alle möglichen Arbeiten von Gärkontrolle über den Sud bis zum Fässerwaschen oder Flaschenabfüllen erledigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Was macht euch an eurer Arbeit am meisten Spaß?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans:</strong> Die Abwechslung zwischen harter körperlicher Arbeit, dem Genuss von Bier und dem Austausch mit anderen Brauern sowie mit allen Leuten, denen Bier schmeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Die Möglichkeit, Dinge selbst zu gestalten, neue Erfahrungen zu machen und dabei jeden Tag immer wieder Neuland zu betreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Was macht euch am wenigsten Spaß?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans:</strong> Alltagstrott und Stillstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Zu wenig Zeit zu haben, am Braukessel zu stehen und ein eigenes Bier zu brauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Hans, warum hast du dich entschieden, Brauer zu werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans:</strong> Mich hat technisches und biologisches Wissen und deren Anwendung schon immer interessiert. Beim Brauen wird beides zusammengebracht, und am Ende wird man mit einem herrlichen Produkt belohnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Wendelin, früher warst du IT-Manager bei Hewlett Packard. Warum hast du deinen Job hingeschmissen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Ich hatte für mich dort alles erreicht, was mich gereizt hatte, und ich wollte einfach mal etwas komplett anderes machen, in eigener Verantwortung – nachdem ich über 25 Jahre als Angestellter gearbeitet hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Hattest du Angst davor, dein geregeltes Leben inklusive deines geregelten Einkommens hinter dir zu lassen, um etwas ganz Neues zu probieren?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Angst wäre ein schlechter Ratgeber gewesen. Respekt vor der Aufgabe kommt dem eher nahe, gepaart mit einer Dosis Naivität und Enthusiasmus. Und man braucht Ausdauer und muss von seiner Idee zu einhundert Prozent überzeugt sein. Die Bereitschaft, mit viel weniger Geld auszukommen, war natürlich auch da. Dafür bekommt man die Freiheit und die Möglichkeiten des Gestaltens.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Welches ist euer Lieblingshopfen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans:</strong> Galaxy gefällt mir sehr gut, allerdings muss der Hopfen zum Bierstil passen. Es gibt so viele tolle Kombinationsmöglichkeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Galaxy ist schon ein geiler Stoff.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Was ist euer Lieblingsfilm?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Pulp Fiction.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans:</strong> Adams Äpfel.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Wie entspannt ihr?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Ich habe das Joggen wieder angefangen. Das tut mir gut. Vielleicht trainiere ich sogar wieder für einen Halbmarathon – früher bin ich einige Male über die volle Marathondistanz gelaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans:</strong> Bei einem meiner Lieblingsbiere und „Adams Äpfel“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Wie wird es mit dem deutschen Craftbiermarkt weitergehen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans:</strong> Ich denke, es wird eine dauerhafte Veränderung in unserer Bierlandschaft geben, und heute noch als neu wahrgenommene Bierstile wie IPA werden zur Normalität. Diese Veränderung kann dann auch den Begriff Craftbier überflüssig machen, da wir dann einfach wieder eine lebendigere Bierkultur haben werden. Dies wird ermöglicht, indem viele neue Brauereigründungen stattfinden und zu dieser Belebung beitragen sowie bestehende Brauereien auch wieder die Chance sehen, neue Sorten zu kreieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Schwierige Frage. Der Markt wird reifer werden, sowohl auf der Anbieter- als auch auf der Verbraucherseite. Und es wird eine Phase der Konsolidierung geben. Gleichzeitig werden wir aber für eine gewisse Zeit weiter eine Vielzahl neuer Anbieter sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>B&amp;B:</strong> Wie geht es weiter mit Kuehn Kunz Rosen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wendelin:</strong> Nächstes Etappenziel ist die Eröffnung unseres Schankraums und die Etablierung unserer Location in Mainz, aber auch darüber hinaus. Wir wollen die Leute begeistern, zu uns zu kommen. Und wir wollen neue Biere machen. Aktuell haben wir auf unserer eigenen Anlage das Mainzer Pils gebraut. Da wollen wir noch weiter zulegen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Die Fragen stellte Falk Osterloh.</p>
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